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Weisst Du, was in deinen Arbeitszeugnissen steht?

Viele können diese Frage nicht so klar mit einem «Ja» beantworten. Genau so wenig kennen sie ihre wirklichen Kompetenzen und Stärken und können das gut für sich selbst und andere formulieren. Gerade bei den ersten Überlegungen, einen Stellenwechsel zu planen, ist es enorm wichtig, sich selbst in allen individuellen Kompetenzen und Potentialen beschreiben zu können. Wer sich auf dem Stellenmarkt umsieht und sich in zeigen möchte, braucht die Formulierungen der Stärken und persönlichen Potenziale.

Deshalb ist unser Tipp: Verschaffe Dir einen Überblick, was andere über Dich geschrieben haben. Denn bei Bewerbungen legst Du die Arbeitszeugnisse immer noch dazu. Also musst Du wissen, was drin steht.

Die Formulierungen in Deinen Arbeitszeugnissen sind Feedbacks anderer Menschen. Ein sogenannter Blick von aussen, wie Deine fachlichen, sozialen, kommunikativen und methodischen Kompetenzen wahrgenommen wurden. Natürlich hast Du nebst Deinen berufsbezogenen Kernkompetenzen noch weitere Stärken und Potenziale, die erwähnenswert sind. Nebst Deinem Fachwissen zählen auch Deine Kernkompetenzen zu den wichtigen und karrierebestimmenden Elementen. Oft wird hierfür auch die Formulierung «Schlüsselqualifikationen» verwendet.

Sind Deine Kernkompetenzen auch in Deinen Arbeitszeugnissen zu finden?

Oft «verstecken» sich Deine Kernkompetenzen hinter bestimmten Formulierungen wie:

  • Fähigkeiten, wie Kreativität, Innovation, Belastbarkeit, Verantwortungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Problemlösungsfähigkeit und Vertrauenswürdigkeit
  • Qualifikationen, erworben in Aus- und Weiterbildungen
  • Wissensbestände aus Lern- und Lehrtätigkeit
  • Beherrschen von Handlungsmustern oder Denkstrategien
  • Beherrschen und Einsetzen von Instrumenten und Systemen

Wenn du hinter diese Schlagwörter blickst, dann kannst du deine Kernkompetenzen identifizieren und weisst, dass Du diese auch in allen Bereichen deines Berufs- und Privatlebens einsetzen kannst.

Recruiter lesen Arbeitszeugnisse immer noch gerne. Mittlerweile gibt es zwar auch Stimmen, die Arbeitszeugnisse nicht mehr als so wichtig einschätzen. Dennoch findet das Recruiting immer noch wichtige Informationen darin über Dich.

Arbeitszeugnisse werden dann unter die Lupe genommen, wenn Du aufgrund des Lebenslaufes für die Stelle infrage kommst und die erste Vorauswahl getroffen ist.
Du kannst die Inhalte der Arbeitszeugnisse für Dich genauso analysieren, wie die Menschen es tun, die Dich in der ersten Phase nur über die schriftlichen Formulierungen kennen.

Im besten Fall liefert jedes Deiner Arbeitszeugnisse alle wichtigen Aspekte und Hinweise zu Deinen fachlichen aber auch zu Deinen sozialen Kompetenzen. Es sollten dann Formulierungen zu Zuverlässigkeit, Auffassungsgabe, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit zu finden sein.

Die konkrete Prüfung aller Deiner Arbeitszeugnisse

Prüfe genau, ob die Arbeitszeugnisse wirklich ein kongruentes Bild von Dir und Deinen Kompetenzen zeigen. Du kannst mit der Prüfung auch feststellen, ob Du möglicherweise neues und anderes dazugelernt hast, das an den vorhergehenden Stellen noch gar nicht eingesetzt oder beurteilt werden konnte.

Stelle Dir diese Fragen und finde Antworten darauf:

  1. Sind alle Arbeitszeugnisse vollständig vorhanden und alle Daten korrekt.
  2. Wenn Arbeitszeugnisse fehlen – gibt es dazu eine plausible Erklärung, keine Rechtfertigung.
  3. Suche die konkreten Formulierungen Deiner Stärken und Kompetenzen. Du kannst Dein Arbeitszeugnis auswerten wie eine «Schatzkarte».
  4. Sind mein Berufs- und Lernweg und das Anwachsen der Kompetenzen klar erkennbar?
  5. Welche meiner Arbeitsbereiche und Kenntnisse wurden mehrfach genannt?
  6. Wie wurden meine besonderen Kenntnisse beschrieben?
  7. Gibt es die «drei Kernkompetenzen», die in allen oder mehreren Arbeitszeugnissen genannt sind?

Und was ist, wenn das Arbeitszeugnis nicht korrekt ist?

Wir sprechen hier von Deinen schon vorhandenen Arbeitszeugnissen. Es ist wichtig, dass Du darauf achtest, wie ein aktuelles Arbeits- oder Zwischenzeugnis ausgestellt wird. Dazu haben wir dir einen Tipp rund um die Prüfung des Arbeitszeugnisses bei der Erstellung:

Checkliste Arbeitszeugnis | Schweizer Arbeitsrecht

Du kannst innerhalb von 10 Jahren Ergänzungen oder Änderungen Deines Arbeitszeugnisses verlangen. Formuliere und beschreibe sehr klar, was nicht korrekt war. Das lohnt sich auf jeden Fall, wenn es um grundlegende Beschreibungen Deiner Kompetenzen, Erfolge oder Arbeitsgebiete geht.

Sei frei und selbstbewusst genug, dass Du Dir die Beurteilungen, die für Dich nicht nachvollziehbar, ungerecht oder aus niedrigen Motiven formuliert wurden, nicht zu eigen machst. Achte darauf, dass Du Deine Arbeitszeugnisse prüfst und wenn notwendig, neue und andere Formulierungen verlangst.

Der Blick zurück auf die erfolgreichen Aktivitäten

Vielleicht hast Du aber auch schon im Laufe der Zeit vergessen, welche Tätigkeiten Du schon alle ausgeführt hast. Da findest Du in den Aufgabenbeschreibungen und Leistungsbeurteilungen der Arbeitszeugnisse wertvolle Erinnerungen. Ebenso hilft es Dir auch, die heutigen Kenntnisse und Stärken mit neuen Formulierungen zu beschreiben. Was früher als „schnell oder flexibel“ beschrieben wurde, wird heute vielleicht als agil bezeichnet. Scheue Dich nicht, die «modernen Formulierungen» für die im Arbeitszeugnis beschriebenen Kompetenzen zu finden.

Viel Freude beim Zurückschauen und sammeln Deiner Erfolge.