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Bleiben Sie mit uns am Puls der Zeit und erfahren Sie, worauf es heute ankommt in Recruiting, Führung und Weiterbildung!
In unserem Blog publizieren wir News und Hintergründe aus Forschung, Arbeitsmarkt und der Arbeitswelt 4.0 sowie vielen weiteren Themen die wir in unsere Arbeit integrieren.

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Dein guter Vorsatz - im neuen Jahr den richtigen Job finden

Dein guter Vorsatz – im neuen Jahr den richtigen Job finden

Wir gratulieren. Doch vor dem Finden steht das Suchen. Bist Du auch gut vorbereitet? Vorsätze sind schnell gemacht und der erste, schnelle Plan rasch geschmiedet. Doch die folgenden Schritte dürfen für Dich auf jeden Fall auch karrieretechnisch langfristige Ziele beinhalten. Und das muss gut überlegt sein, damit Du in der Karriereplanung weiterhin am Ball bleiben kannst.

Dein Karriereziel immer im Blick

Vielleicht lässt sich mit der nächsten Stelle im neuen Jahr noch nicht gleich Dein grosses Karriereziel verwirklichen. Das soll Dich nicht davon abhalten, kontinuierlich an Deinen Zielen zu arbeiten und sie nicht aus den Augen zu verlieren.

Auf dem Weg dorthin darfst Du die Schritte, die Du schon geschafft hast, auch auflisten und beschreiben. Es sind oft und vor allem die kleinen Erfolge, die schnell in Vergessenheit geraten. Unser Tipp: Stärken und Erfolge notieren und immer wieder ergänzen. Statt einer To-Do-Liste eine «Erfolgsliste» führen. Das macht nicht nur Spass, sondern stärkt auch den Blick auf die eigene Selbstwirksamkeit. Und das Wissen um die eigene Selbstwirksamkeit macht selbstbewusst.


Doch beginnen wir mal mit den kleinen Schritten

  1. Update Deiner Bewerbungsunterlagen

    Inhaltlich und auch vom Design her darfst Du prüfen, ob alles noch zeitgemäss, übersichtlich und aktuell ist. Sind berufliche Stationen oder Weiterbildungen hinzugekommen? Was könnte weggelassen werden, weil es keinen Informationsmehrwert gibt? Wie sind Deine Stärken und Kompetenzen beschrieben? Ist es klar, wie Du an den einzelnen Stellen Deine Erfolge in den bestimmten Aufgaben generiert hast? Ist erkennbar, dass Du an eventuell neuen Stellen die geforderten Kompetenzen einbringen kannst?

  2. Check Deine Online-Reputation

    Sicher gibt Dein Lebenslauf viele Informationen, doch im Bewerbungslauf möchten die Personalverantwortlichen noch mehr über Dich wissen. Sie werden dann, wenn Du interessant für die Stelle bist, im Internet nach zusätzlichen Informationen zu Dir suchen. Nach wie vor sind Instagram, Facebook, Twitter & Co. gute Anlaufstellen, um mehr über eine Person zu erfahren. Also unbedingt checken, was im Web über Dich zu erfahren ist.

  3. Bewerbungs-Wissen auffrischen

    Weisst Du, mit welchen Fragen Du im Bewerbungsgespräch rechnen musst und wie du Dein Gesprächsgegenüber am besten von Deiner Eignung für die Stelle überzeugen kannst? Bist Du genügend vorbereitet und hast Du Formulierungsbeispiele für Deine Gesprächsführung? Bist Du für Online-Bewerbungsinterviews oder zeitversetzte Interviews bestens vorbereitet? Du solltest wissen, wie und wo die Personalverantwortlichen heute auf der Suche nach den richtigen Personen für ihre Stellenangebote sind.

  4. Stellen und Arbeitgeber recherchieren

    Wie und wo Du nach Stellen suchst, ist davon abhängig, was Du in welcher Branche und in welchem Berufsumfeld finden willst. Deine Recherchen sollten allerdings immer intensives Forschen und die zielgerichtete und gründliche Suche nach Informationen sein. Das Internet und Dein persönliches Netzwerk sind die besten Quellen.
    Dein Wissen über die potenziellen Arbeitgeber ist wichtig für die Auswahl des Unternehmens, für das Du gerne arbeiten möchtest. Gerade auch wenn Du die Bewerbung formulierst und dann auch beim Vorstellungsgespräch. Da wird Dein Wissen über das Unternehmen getestet.

  5. Hilfe und Unterstützung holen

    Das Netz ist voll von Hinweisen, Tipps und professionellen Bewerbungshilfen. Vielleicht findest Du Antworten auf Deine Fragen. Auf jeden Fall bist Du gut beraten, Dir Rat und Unterstützung zu holen.

Wenn Du zurzeit aktiv auf Jobsuche bist, dann könnte Dir die eine oder andere Situation so begegnen:

  • Du weisst nicht, ob Deine Bewerbungen tatsächlich zeitgemäss sind und Dich in Deiner Kompetenz zeigen.
  • Du bekommst wenig Einladungen auf Deine Bewerbungen. Vielleicht Absagen oder überhaupt keine Rückmeldungen.
  • Du hattest bereits einige Vorstellungsgespräche, aber noch keine Jobzusage, obwohl Du immer ein gutes Gefühl hattest.
  • Du bist Führungskraft oder Spezialist und bist darauf angewiesen, die wenigen, passenden Jobangebote zu finden.
  • In Deinem Suchbereich gehen scheinbar die Angebote zurück und Du hast mehr Mitbewerber und die Konkurrenz deshalb gross.
  • Du möchtest Dich sicher von Deinen Mitbewerbern abheben und weisst nicht genau wie.
  • Du weisst, dass die Personalverantwortlichen die Sicherheit haben wollen, dass die Einstellung keine Fehlinvestition ist, und Du bist nicht sicher, ob Dein Auftreten überzeugt.

Genau dann, wenn viele Fragen offenbleiben, ist eine professionelle Begleitung die richtige Wahl. Individuelles Coaching, Beratung und Begleitung, kombiniert mit Training, hilft Dir dabei, Dein volles Potential zu entfalten und so Deine nächsten Karriereschritte zu gehen.

Der Blick nach vorn - welche Kompetenzen in der Zukunft gefragt sind

Der Blick nach vorn – welche Kompetenzen in der Zukunft gefragt sind

Future Skills, das Schlagwort der Stunde – bloss ein Buzzword oder wirklich wichtig? Diese Frage dürfen wir uns stellen und nach Antworten suchen. Gerade jetzt, wenn ein Jahr zu Ende geht und wir unsere Kräfte sammeln für den Start in ein neues. Vor allem ist zu klären, was unter den Zukunfts-Kompetenzen verstanden werden darf, wie sie aufgebaut und eingesetzt werden können.
Dazu geben Studien und Untersuchungen Auskunft. Wir haben uns eine herausgesucht, die wir hier zeigen und kurz besprechen möchten:

Die INOLUTION Innovative Solution AG hat in Zusammenarbeit mit der FHNW im Rahmen einer Bachelor-Thesis die Frage gestellt: «Was sind die relevanten Zukunftskompetenzen für mittlere und grössere Schweizer Unternehmen?»

Aus den Antworten wurden neun «Soft Skills» herauskristallisiert, die als so genannte Zukunftskompetenzen für eine erfolgreiche Unternehmensstrategie bedeutsam sind.

In der konkreten Studie wurde der Fokus auf mittlere und grössere deutschschweizer Unternehmen (50 – 3000 Mitarbeitenden) gelegt. Es wurden in den Kategorien Selbst-, Sozial- Methodenkompetenzen bestimmte Skills abgefragt und um eine Priorisierung gebeten. Die genannten Top 3 der Kompetenzen wurden in Rangfolge gebracht.

Zunächst die Definition:
«Eine Kompetenz ist demnach die Fähigkeit, komplexe Anforderungen in einem bestimmten Kontext erfolgreich zu erfüllen.»

Hier die 9 wichtigen Zukunfts-Kompetenzen, die gesucht sind bei bestehenden oder neuen Mitarbeitenden:

Im Bereich Selbstkompetenz

Bereit sein Neues zu lernen
«Die Fähigkeit und Bereitschaft zum Lernen, insbesondere des selbstgesteuerten Lernens»

Flexibel sein
«Bereitschaft, sich mit neuen und ungewohnten Situationen auseinanderzusetzen. Beispielsweise Arbeitsplatz wechseln, mehrere Arbeiten erledigen. Gewohntes Denken und Verhalten hinterfragen und ändern zu können sowie dazu bereit zu sein, Neues auszuprobieren»

Verantwortung übernehmen
«Die Bereitschaft und Notwendigkeit, Rechenschaft über die Folgen der eigenen Handlungen oder der Handlungen anderer, die durch einen selbst veranlasst werden, abzulegen»

Im Bereich Sozialkompetenz

Erfolgreich kommunizieren
»Diese Kompetenz umfasst neben sprachlichen Fähigkeiten auch Diskurs-, Dialog- und strategische Kommunikationsfähigkeit, um in unterschiedlichen Kontexten und Situationen situativ angemessen erfolgreich kommunikativ handlungsfähig zu sein»

Teambeitrag leisten
«Die Bereitschaft und Fähigkeit, mit anderen Menschen produktiv und zielorientiert zusammenzuarbeiten»

Interkulturelle Zusammenarbeit
«Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen wahrscheinlich zu machen»

Im Bereich Methodenkompetenz

Kundenorientiert handeln
«Die eigenen Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden abstimmen und umsetzen. Unternehmen bieten den Kunden Lösungen für Ihre Probleme an»

IT-Tools anwenden
«Die Fähigkeit digitale Medien (z. B. Word, Excel, Teams) anzuwenden. Unter anderem auch diese zu benutzen, um mit anderen zusammenzuarbeiten und das Wissen weiterzugeben»

Probleme lösen
«Aufgaben und Herausforderungen, deren Lösung einer Person oder einem Unternehmen Schwierigkeiten bereitet, da ihnen die Mittel fehlen, um den erwünschten Zielzustand zu ermöglichen»

Wer mehr wissen will, findet die Studie unter: https://www.kompetenz-management.com/studienergebnisse-zukunftskompetenzen-von-schweizer-kmu/

Netzwerk Kadertraining meint dazu:
Die Studie gibt einen interessanten Blick auf die Situation heute. Viele Firmen, Organisationen und Unternehmen müssen sich die Frage stellen, ob alle ihre Mitarbeitenden bereit sind, die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen.
Die sich schnell verändernde Arbeitswelt verlangt eine stetige Bewertung der in ihren Organisationen benötigten Kompetenzen. Jedes Unternehmen muss für sich selbst die für sie besonders relevanten Future Skills identifizieren und mit den vorhandenen Kompetenzen abgleichen. Die Organisationen müssen strategisch vorgehen und die möglichen Kompetenzlücken schliessen. Das betrifft vor allem drei Bereiche: Qualifizierung, Rekrutierung und Neuorientierung für neue Situationen.

Die Studienergebnisse können sich in Handlungsempfehlungen umwandeln. Das nicht nur für Unternehmen. Auch die Mitarbeitenden selbst dürfen sich darum bemühen, die Aus- und Weiterbildung in und mit den Zukunfts-Kompetenzen noch stärker als bisher in ihren Fokus zu stellen.

Eine der wichtigsten Zukunftskompetenz ist die „Selbstorganisierte Problemlösungskompetenz“. Die Unternehmen setzen auf agile Arbeitsmethoden, die das selbstständige und flexible Arbeiten fördern. Für diese Zukunft müssen sich die Mitarbeitenden wappnen und lernen, neue Herausforderungen auch in Eigeninitiative zu meistern.

Autor: Ulrike Clasen

«Barometer Gute Arbeit 2022» Starke Arbeitsbelastung, hohes Stressempfinden und weniger Angst vor Stellenverlust

«Barometer Gute Arbeit 2022» Starke Arbeitsbelastung, hohes Stressempfinden und weniger Angst vor Stellenverlust

Das «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse und der Berner Fachhochschule misst die Qualität der Arbeitsbedingungen in der Schweiz anhand eines wissenschaftlichen Kriterienrasters. Seit 2015 wird eine repräsentative Stichprobe von jeweils rund 1’500 Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren befragt. Die 20 Kriterien, die zugrunde gelegt werden, sind in die drei Dimensionen Motivation, Sicherheit und Gesundheit zusammengefasst.

Die diesjährigen Ergebnisse zeigen bei allen drei Dimensionen eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Dimensionen Motivation und Sicherheit wurden die bisher höchsten Indexwerte genannt, die es seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2015.

Das persönliche Stressempfinden bleibt hoch und gilt weiterhin als das grösste Problem in der Arbeitswelt. Der Anteil der gestressten Arbeitnehmenden hat zugenommen. Für zwei Drittel der Arbeitnehmenden gehört Arbeiten in der Freizeit mehrheitlich zur Realität. Dies wird als notwendig beschrieben, um die Arbeitsanforderungen zu erfüllen. Und jede dritte Person überlegt sich, ob ein Stellenwechsel aufgrund des Stresses in der heutigen Position in Frage kommen kann.

In der Studie zeigt sich, dass die befragten Arbeitnehmenden in von der Flexibilität seitens der Arbeitgeber profitieren. Knapp 58 Prozent der Befragten geben an, Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitszeiten nehmen zu können.

Signifikant gering ist die Anzahl derjenigen, die ihren Arbeitsplatz gefährdet sehen. Insgesamt nur 11.2 Prozent der Arbeitnehmenden gaben an, sich unmittelbare Sorgen, um ihren Arbeitsplatz zu machen. Das sind so wenige wie noch nie seit Beginn der Barometer-Erhebungen im Jahr 2015. Die zurzeit tiefere Arbeitslosigkeit und der Fachkräftemangel halten diese Zahl aktuell auf einem tiefen Stand. Gleichzeitig zeigt die Studie auch, dass die Arbeitgeber stärker in Weiterbildungen ihrer Mitarbeitenden investieren als im Jahr davor.

Hier geht es zum «Barometer Gute Arbeit 2022» und den Auswertungen

Autor: Ulrike Clasen

Prüfen, wo die eigenen Fachkenntnisse gerade gesucht sind

Prüfen, wo die eigenen Fachkenntnisse gerade gesucht sind

Der Fachkräftemangel hat in der Schweiz einen historischen Höchststand erreicht. Das lesen wir, das hören wir, doch was heisst diese Meldung für die einzelne Person, die jetzt gerade auf der Stellensuche ist oder einen Wechsel anstrebt?

Gibt es im eigenen Berufsbereich wirklich einen Fachkräftemangel oder gar ein Fachkräfteüberangebot? Klar ist, dass viele Spezialist:innen in bestimmten Berufsbereichen dringend gesucht werden.

Der Fachkräftemangel-Index des Personaldienstleisters Adecco und dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz der Universität Zürich zeigt deutlich, dass der Fachkräftemangel breitflächig über alle Grossregionen verläuft. Zürich registriert im Regionalvergleich mit einer Jahresveränderung von +92% den stärksten Anstieg im Fachkräftemangel Index. Die Nordwestschweiz verzeichnet den geringsten Anstieg (+36%).

Es sind vor allem die Berufsgruppen im Gesundheitsbereich, wie Ärzti:nnen, Pflegefachkräfte und Apotheker:innen und zu einem grossen Teil die akademischen Berufe, für die allesamt ein Hochschulabschluss notwendig ist.

Doch auch darüber hinaus sind viele Stellen unbesetzt. Das anschliessende Ranking (siehe Link), zur Verfügung gesellt von SRF, News, Wirtschaft, zeigt, wo die einzelnen Fach- und Führungsspezialist:innen in den verschiedenen Regionen der Schweiz gerade fehlen.

Prüfen Sie, ob Ihr Beruf gerade sehr gesucht ist:

  • Wie stark Ihre Berufsgruppe auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt ist
  • Welche Berufsgruppen den grössten Mangel haben
  • Wie sich der Personalmangel zwischen den Regionen unterscheidet

Weiter finden Sie hier unter dem Link von Adecco zum Fachkräftemangel Index Schweiz 2022 eine weitere Aufschlüsselung und Beschreibung.

Autor: Ulrike Clasen

Die süssen Kirschen in Nachbars Garten? - Bitte keine unüberlegte Kündigung

Die süssen Kirschen in Nachbars Garten? – Bitte keine unüberlegte Kündigung

Es gibt eine Menge guter Gründe, einen Stellenwechsel zu überlegen. Viele Menschen ziehen die Reissleine, bevor sich die ersten gesundheitlichen Beschwerden oder psychischen Erschöpfungszustände einschleichen. Schliesslich ist jeder seines Glückes Schmied. An der neuen Stelle soll dann alles besser werden. Die vorherrschenden Gründe für einen Stellenwechsel sind: der Wunsch nach höherem Gehalt, wertschätzender Führung, besserer Work-Life-Balance, unterstützendem Arbeitsklima, neuen Herausforderungen oder besseren Karriereperspektiven.
Kündigen ist einfacher geworden. Es ist kein Makel mehr, zwei oder drei Jobwechsel in Folge zu haben. Doch wer wechselt, weiss nicht, ob sich der anvisierte neue Arbeitgeber vielleicht viel besser verkauft, als er ist. Die Frage bleibt, ob die Kirschen in Nachbars Garten wirklich immer süsser sind.

Jobwechsel kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken
Klar ist es gut, sich zu interessieren, wie die eigene Karriere auch bei möglichen anderen Arbeitsstellen vorangehen kann. Doch die positiven Effekte, die ein Arbeitsplatzwechsel bringt, werden oft überschätzt. Forscher der Uni Mainz haben anhand einer mehrjährigen Erhebung im Jahr 2020 herausgefunden, dass Körper und Psyche leiden, wenn sich herausstellt, dass im neuen Job die Arbeitsbedingungen schlechter sind. Die Psychologen analysierten die Daten des «Sozio-ökonomischen Panels» und fragten, welche gesundheitlichen Folgen Jobwechsel haben, die nicht durch eine Kündigung erzwungen wurden. Wenn sich die Arbeitsbelastung verschlechtert hat und es dennoch positive Veränderungen in Bezug auf mehr Gehalt und bessere Aufstiegschancen gibt, wirken sich diese Vorteile jedoch nicht auf die psychische Gesundheit aus. Das Fazit der Forscher: Balance zwischen Gewinn und Verlust von Ressourcen zeigt sich als wichtiger Aspekt einer gesunden Laufbahngestaltung.

Bindung an Arbeitgeber sinkt und Wechselwilligkeit nimmt zu
Die Zahl derer, die innerlich gekündigt haben, steigt auch in der Schweiz ständig an. Die negativen Folgen der emotionalen Distanz zur eigenen Berufstätigkeit ebenso. Die Gesundheit leidet, der Stress nimmt zu und die Arbeitsmotivation und die Bindung an das Unternehmen sinken. Auch für die Schweiz zeigt sich der Arbeitsmarkt zunehmend dynamisch. Es herrscht Fachkräftemangel und es scheinen sich für viele Arbeitnehmende gute Chancen für einen Wechsel zu eröffnen. Wer jetzt für sich präzise Vorstellungen von sich und seinen Wünschen, Bedürfnissen und Talenten entwickelt, ist klar im Vorteil. Viele spüren jedoch eher eine latente und diffuse Unzufriedenheit, können sie aber nicht genau einordnen und finden, da hilft nur ein Stellenwechsel.
Doch Achtung: Man kann in seinem Leben vieles ändern und viele Wechsel vorantreiben. Wir wechseln den Wohnort, den Partner, unsere Meinungen, den Job, doch wir nehmen uns immer wieder selbst mit. Das heisst auf den Beruf bezogen, die Probleme und Fragen, die heute dafür sorgen, dass die Arbeitszufriedenheit sinkt, könnten an der anderen Stelle so und ähnlich wieder auftauchen. Nicht immer ist es das Umfeld, das den grössten Impact hat. Ein Stellenwechsel muss immer gut überlegt und vorbereitet sein. Affektkündigungen sind kontraproduktiv und bringen, wie jede schnelle und vielleicht unüberlegte Handlung, eher Probleme statt Lösungen. Eine Reflexion oder sogenannte Standortbestimmung kann das Ergebnis bringen, dass an der heutigen Stelle noch nicht alle Optionen ausgeschöpft wurden.

Klären, was an dem jetzigen Job noch möglich ist
In meiner Coachingpraxis habe ich schon sehr oft erlebt, dass nach der ersten Reaktion «Ich muss gehen» die Reflexion dazu beigetragen hat, dass die Menschen im Job blieben. Sie haben für sich entschieden, Schritte zu unternehmen, um den Erfolg, den sie wünschten, im jetzigen Job zu finden.
Besonders wichtig ist allen, die ich fragte, dass sie eigenständig und selbstbestimmt arbeiten wollen. Aus hoher eigener Motivation heraus lernen und arbeiten wir am besten. Die Erfahrung hat jede Person schon gemacht.

Um der eigenen Motivation auf die Spur zu kommen, sind diese Fragen zu stellen: Was treibt mich an? Welche Werte verfolge ich? Was macht mir Spass? Doch dabei bitte nicht stehen bleiben. Die wichtigen Fragen sind anschliessend:

  • Was kann ich mit meinem Tun bewegen?
  • Wie treffe ich Entscheidungen, die zu mir passen?
  • Welche Veränderungen habe ich schon bewirkt?
  • Wo und wem ist mein Tun von Nutzen?
  • Welche Kerntalente habe ich zur Verfügung?

Oft sind die wirklichen Talente nicht umfassend im Berufsumfeld eingesetzt, weil sie nicht bewusst sind. Viele können gar nicht erklären, warum sie etwas gut können und wie sie es machen, wenn sie es «gut machen». Kerntalente bleiben oft im Verborgenen. Im Gegensatz zu den Kernkompetenzen, die allgemein formuliert sind und in vielen Stellenbeschreibungen zu finden sind. Kerntalente sind die inneren Lösungsmuster für die erfolgreiche Umsetzung aller Aufgaben.

Kerntalente klären und Dinge bewegen
Das Wissen, was einen wirklich im Inneren bewegt, ist eine gute Ausgangslage, um an der jetzigen oder einer neuen Stelle erfolgreich wirken zu können. Es spielt für Menschen, die sich ihrer Kerntalente sicher sind, oft keine Rolle, welche Aufgaben sie haben und in welchem Job sie sind. Sie können immer auf ihre Kerntalente zurückgreifen. Entweder um in der Position erfolgreich zu sein oder sich auf die Suche nach einem Umfeld zu begeben, in dem sie wirken wollen.
Um diese Selbsterkenntnis der Kerntalente zu finden, können die vier Fragenkreise helfen:

  1. Was motiviert mich im Berufsumfeld, ganz gleich, wo ich bin?
    Ist es die Möglichkeit, ausserordentliche Leistungen zu bringen oder gestalten zu können, oder möchte ich Führungsverantwortung übernehmen? Bin ich eher ehrgeizig und risikobereit oder pflichtbewusst und sorgfältig?
  2. Wie verhalte ich mich im Arbeitskontext, wenn ich Zugriff auf alle meine Potenziale habe?
    Arbeite ich selbstverantwortlich, bin ich sehr gewissenhaft oder stark in der Umsetzung und gehe am liebsten neue Wege und suche Herausforderungen? Bringe ich Aufgeschlossenheit und Neugier in die Arbeit mit ein?
  3. Wie bin ich im Umgang mit anderen und wie setze ich meine Sozialkompetenz ein?
    Bin ich eher zurückhaltend, sensibel und rücksichtsvoll oder durchsetzungsstark und ermutigend oder bin ich eher kontaktfreudig und kooperativ?
  4. Wie zeige ich meine Persönlichkeit und wie beschreibe ich meine psychische Verfassung?
    Sehe ich mich eher als selbstbewusst und belastbar und kann ich mich in grosser Gelassenheit unabhängig vom Urteil anderer machen? Zeichnet mich eine hohe Konfliktfähigkeit aus oder steht meine Hilfsbereitschaft im Vordergrund?

Vor dem Stellenwechsel also die Fragen stellen: Habe ich in meiner jetzigen Position alles unternommen, um meine Kerntalente gut und zielführend für mich und andere einzusetzen? Sind die Arbeitsbedingungen so, dass ich meine Talente optimal zur Entfaltung bringen könnte, und ich habe es nicht genutzt? Erst wenn die Möglichkeiten an der aktuellen Position ausgeschöpft sind, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich umzuschauen. Talente vergeuden ist nicht sinnvoll. Besser ist es, die Talente einzusetzen, zu trainieren und weiterzuentwickeln und damit das eigene Potenzial zu nutzen. Das könnte der «rote Faden» im Leben sein, an dem entlang man im Berufsumfeld immer wieder etwas bewegen kann und damit auch zufriedener arbeiten und wirken kann.

Autor: Ulrike Clasen