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5 Elemente des Gelingens – das PERMA-Modell der Positiven Psychologie

5 Elemente des Gelingens – das PERMA-Modell der Positiven Psychologie

Was macht Menschen zufriedener und glücklich? Wie kann eine positiv-optimistische Grundhaltung erlangt und beibehalten werden? Wie können die Bedingungen und Wechselwirkungen der Zusammenarbeit in Berufs- und Privatleben für alle optimal gestaltet werden?

Auf diese Fragen konzentrieren sich in den letzten Jahrzehnten Forschung und Praxis der Positiven Psychologie. Sie gilt als junge Disziplin der Psychologie und ist eng mit dem Namen Martin Seligman und seinen Arbeiten und Veröffentlichungen ab 1998 verknüpft. Seligman wurde durch sein Modell der «erlernten Hilflosigkeit» bekannt, das heute noch weltweit als Grundlage in der Depressionsbehandlung genutzt wird.

Als Professor für Psychologie an der University of Pennsylvania, USA, erarbeitete er zusammen mit anderen Forschern ein Konzept, das als «positives Gegenmodell» zur klinischen Psychologie verstanden werden kann. Die Ergebnisse der Forschung konzentrieren sich nicht auf das, was bei der mentalen Entwicklung des Menschen falsch laufen kann. Im Mittelpunkt der Neuausrichtung stehen jetzt die Charakterstärken und Tugenden (Character Strengths and Virtues), die das «gelingende Leben» stützen und jedem Menschen die volle Entfaltung seines Potenzials, Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit und psychische Leistungsfähigkeit ermöglichen sollen.

Wie das PERMA-Modell zur Stärkung in stürmischen Zeiten hilft

Das von Martin Seligman entwickelte Modell zeigt, was ein gutes, erfülltes und damit glückliches Leben ausmacht. Es ist im sogenannten PERMA-Modell zusammengefasst und beschreibt fünf Bereiche, die zugleich auch die Säulen bilden, die das persönliche Wohlbefinden, innere Zufriedenheit und die Freude am Tun beeinflussen und bestimmen.

Wenn der einzelne Mensch die hilfreichen Erkenntnisse und Auswirkungen der Positiven Psychologie für sich entdeckt hat, kann das eine bedeutende Rolle im gesamten Denken und Handeln spielen und im privaten wie im beruflichen Leben eine gewünschte Verbesserung bringen.

Das PERMA-Modell hilft zur Erinnerung und Umsetzung der wirksamen Aspekte, dabei steht PERMA als Akronym mit 5 Buchstaben für folgende Begriffe:

  • Positive Emotionen: Erleben von positiven Gefühlen
  • Engagement: Einsetzen von Stärken und Erleben von Flow
  • Relationships: Zugehörigkeit erleben und Beziehungen aufbauen
  • Meaning: Sinnhaftigkeit spüren
  • Achievement: Ziele erreichen und Wirksamkeit leben.

Wenn es Dir gelingt, regelmässig positive Gefühle zu erlangen, wirst Du Dein Potenzial stärker entfalten und in Dein Leben einbringen können. Du fühlst Dich mit anderen mehr verbunden und in den sozialen Netzwerken eingebunden. Es gelingt Dir immer wieder, Bedeutung und Erfüllung in Deinem Handeln zu erleben und Du erreichst die von Dir selbst gesetzten Ziele, wirst aufblühen und so immer mehr Deine Lebenszufriedenheit verbessern.

Klingt wie ein Versprechen, das schwer zu halten ist. Nun, es bleibt zu versuchen, wie es ist, wenn Du Deinen Fokus immer mehr auf Deine Stärken und positiven Eigenschaften und Erfahrungen setzt. Du kannst, wie alle anderen auch, immer wieder neu lernen zu wachsen und Deine Fähigkeiten erweitern. Das alles trägt zum Gefühl der Selbstwirksamkeit bei und gibt Dir immer mehr Vertrauen in Deine Fähigkeiten.

1. Positive Emotionen

Es geht nicht darum, alles rosarot und positiv zu sehen und immer nur positive Emotionen zu empfinden. Es geht auch darum, angesichts von Herausforderungen und grossen Schwierigkeiten positiv zu bleiben und Zufriedenheit zu erfahren.

Zweifellos erlebt jeder von uns Höhen und Tiefen im Leben, aber mit einer entspannten, optimistischen Einstellung und der Konzentration auf die positiven Emotionen im gegenwärtigen Moment hat man die Fähigkeit, das Gewicht der «Tiefen im Leben» aufzufangen.

Positive Emotionen können kultiviert oder erlernt werden, um das eigene Wohlbefinden zu verbessern. Zu den positiven Emotionen gehören Hoffnung, Interesse, Freude, Liebe, Mitgefühl, Stolz, Belustigung, Dankbarkeit, Ruhe und Fülle.

Frag dich doch mal, wann Du diese positiven Emotionen erlebt hast und wie stark Du Dich daran erinnern kannst. Wie oft lädst Du diese Erinnerungen in Dein Leben ein? Was tust Du, um sie besonders deutlich zu erinnern und zu spüren?

2. Engagement und Erleben von Stärke

Das Konzept des Engagements ist mächtig. Wenn wir uns auf jene Dinge fokussieren können, die uns wichtig sind und in denen wir voll und ganz aufgehen, geniessen wir den Moment, vergessen die Zeit und kommen in einen Flow-Zustand.

Eine wesentliche Voraussetzung für Flow ist, dass Herausforderung und Fähigkeiten gut aufeinander abgestimmt sind. Die Aufgabe soll schwierig genug sein, um einen Reiz auszuüben, und leicht genug, damit Teilerfolge erzielt werden können, die die Motivation aufrechterhalten.

Flow stellt sich dann ein, wenn wir unsere Stärken und Talente leben, also das, worüber wir über viel Kompetenz verfügen. So werden einerseits Stärken gestärkt und Schwächen werden schwächer oder gar irrelevant.

Wann hast Du zum letzten Mal an Aktivitäten teilgenommen, die Du wirklich liebst und bei denen Du die Zeit vergisst, wenn Du damit beschäftigt bist? Bist Du bereit, im Moment zu leben, auch bei täglichen Aktivitäten oder alltäglichen Aufgaben? Hast Du die Tätigkeiten identifiziert, die Du gerne tust und in denen Du Dich auszeichnest?

3. Beziehungen und Gemeinsamkeit leben

Authentische soziale Verbindungen sind grundlegend für ein sinnvolles, glückliches Leben. Wir Menschen sind soziale Wesen, wir wollen und müssen «dazugehören» und brauchen den Austausch mit Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen oder der Familie. Wir können nicht allein, einfach aus uns heraus alles schaffen und glücklich sein.

Sinnvolle Verbindungen zu finden mit Menschen, auf die man sich verlassen kann und die einem das Gefühl geben, nicht allein zu sein, löst grosse Zufriedenheit aus. Diese Beziehungen zu pflegen und gemeinsame Aufgaben zu lösen, lässt Freude erleben. Es verhilft dazu, sich selbst zu verbessern, sich sicherer zu fühlen und gesund zu bleiben.

Ist Dir bewusst, welche Menschen Dir guttun, und kannst Du dankbar dafür sein? Auf wen in Deinem Umfeld kannst Du Dich hundertprozentig verlassen? Wer unterstützt Dich bei Deinen Vorhaben und gibt Dir Energie und wer raubt sie Dir? Wieviel Zeit und Engagement investierst Du in Deine wertvollen Beziehungen?

4. Sinnhaftigkeit erleben

Es geht dabei um die Frage, den eigenen Lebenssinn zu finden. Eine Sinnhaftigkeit, die über die jeweiligen individuellen Ziele hinausgeht. Die eigene Tätigkeit als Beitrag zu etwas Grossem und Bedeutsamen sehen zu können, ist ganz entscheidend für das Wohlbefinden.

Es gibt nicht „den Sinn an sich“. Die Suche nach der Sinnhaftigkeit ist eine Suche, die immer wieder neu erlebt wird. Denn Sinn kann nur vom einzelnen Menschen für sich selbst kreiert, geschaffen und erlebt werden.

Was ist es, worauf Du Dein Leben ausrichtest? Was gibt Dir so viel, dass Du sagen kannst, dafür lebe ich? Wie bringst Du diese Sinnhaftigkeit in Dein privates und berufliches Leben mit ein? Wann und wie bestimmst und entscheidest Du immer wieder, was für Dich Sinn macht?

5. Ziele erreichen

Im Leben Ziele zu haben, ist eng mit der Idee der Sinnhaftigkeit verknüpft. Ziele zu verfolgen, die einem selbst sinnvoll erscheinen, trägt automatisch zum Wohlbefinden und zu einem erfüllten Leben bei. Dabei ist es auch wichtig, die bereits erzielten Erfolge im Leben zu sehen und zu sich selbst zu sagen: «Ich habe es geschafft, und ich habe es gut geschafft.»

Ein Erfolgserlebnis ist das Ergebnis des Hinarbeitens auf Ziele und Erreichens von Zielen. Leistung beinhaltet die Konzepte der Beharrlichkeit und der Leidenschaft, die Ziele zu erreichen, die einem wichtig sind. Aus vielen Forschungen wissen wir, dass das Erreichen intrinsischer Ziele wie persönliches Wachstum und Beziehungen zu einem grösseren Anstieg an Wohlbefinden führt als das Erreichen von externen Zielen wie Geld oder Ruhm.

Wie steht es denn um Deine Ziele? Kennst du Deine wichtigen Ziele im Leben? Machen Dich die Ziele, auf die Du im Moment hinarbeitest, wirklich glücklich? Bist Du sicher, dass es Deine eigenen Ziele sind und nicht die, um den Erwartungen von anderen zu genügen? Sind Deine Ziele smart formuliert (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und terminiert)? Reflektierst Du Deine vergangenen Erfolge? Findest Du kreative Lösungen, um Deine Erfolge zu feiern?

Positive Psychologie ist nicht gleich positives Denken

Die vielen Ratgeber, die positives Denken postulieren, verfügen über keine wissenschaftliche Basis und setzen darauf, dass es wirkt, wen man daran glaubt. Die Positive Psychologie ist ein Gebiet der akademischen Psychologie und die Theorien, Modelle und Interventionen werden mit wissenschaftlichen Methoden entwickelt und beurteilt.

So blendet Positive Psychologie auch nicht das Negative einfach aus. Es wird vielmehr in einen neuen Rahmen gesetzt und dabei wird gleichzeitig das bereits vorhandene Gute und Bereichernde betrachtet, formuliert und damit gefördert.

Wie wir dieses Wissen bei Kadertraining in unserer Arbeit einsetzen

Unsicherheiten in Form von komplexen, ungewissen oder widersprüchlichen Situationen haben grossen Einfluss auf die Menschen. Gerade in der Zeit des Stellenverlustes und der Stellensuche kann das Gefühl von Unsicherheit entstehen.

Jeder Mensch hat seine eigenen Strategien, in unsicheren Situationen Schutzmechanismen zu entwickeln, um Unsicherheit zu vermeiden oder zu reduzieren. Dabei besteht die Gefahr, übereilte Entscheidungen zu treffen oder Informationen falsch zu gewichten.

Wir arbeiten mit den Menschen an der Frage, wie sie den Unsicherheiten begegnen und was sie an weiteren hilfreichen Strategien schon erprobt haben oder erproben möchten. Wir erarbeiten die Aspekte der Selbstwirksamkeit.
Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung und das Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten.

Wir stützen in der Arbeit mit unseren Kundinnen und Kunden einen reflektierten Umgang mit sich selbst. Mit dem Kennen der eigenen Stärken, Ressourcen und Grenzen sowie dem Lernen aus Erfolgen stärkt jede einzelne Person ihre Selbstwirksamkeit.

Damit Menschen aufblühen und sich stärken, helfen die fünf Elemente des PERMA-Modells und die Ansätze der Positiven Psychologie. Wir laden dazu ein, das aufzubauen und auch täglich zu pflegen.

Alle diese Aspekte gelten auch für uns im Team und für alle, die in Kadertraining mitarbeiten. Wir üben uns in der Bewusstheit, dass das, was wir mit unseren Teilnehmenden an bearbeiten, auch bei uns sichtbar wird.

So lernest Du entspannt Neues - Tipps aus der Kompetenzstufenentwicklung

So lernest Du entspannt Neues – Tipps aus der Kompetenzstufenentwicklung

«Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr».

Dieses alte Sprichwort gilt nicht und es stimmte sowieso nie. Lerntheorien und Hirnforschung haben längst die Erkenntnis gefestigt, dass Lernen in jeder Lebensphase notwendig und möglich ist – und immer wieder, ob bewusst oder unbewusst, auch passiert. Das menschliche Hirn ist unglaublich plastisch und lernfähig und entwickelt sich stets weiter.

Lernen, ob bei Kindern oder Erwachsenen, verläuft immer als Prozess, auch wenn wir das so nicht bewusst wahrnehmen. Wir lernen nicht linear, sondern fast immer sprunghaft mit Zwischenschritten von einem Niveau auf das andere. Darum ist es auch so wichtig, sich als erwachsene Person nicht entmutigen zu lassen, wenn etwas scheinbar noch nicht «so recht verstanden» wurde. Gerade in den Phasen, wenn etwas nicht recht zu klappen scheint, ist es wichtig, dranzubleiben.

Oft erwerben Menschen auch Kompetenzen, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Dieses spontane Lernen fällt gar nicht so auf. Da werden wesentliche Lernschritte durch Imitieren und Ausprobieren bewältigt und das neue Können ist einfach da. So lernen Kinder auf natürliche Weise von Vorbildern. Auch für Erwachsene gilt: Durch häufiges Probieren, Tun und Trainieren geht plötzlich der berühmte Knopf auf.

Im Leben wirst Du nie fertig mit dem Lernen und dem Aufbau und der Integration von neuer Erfahrung. Wir alle bekommen täglich neue Angebote, um zu lernen, zu trainieren und zu wachsen. In jeder Lebenssituation gibt es immer wieder etwas, was wir nicht wissen oder nicht können. Vielleicht ist es uns bewusst oder auch nicht.

So gesehen ist jeder irgendwie und irgendwann einmal inkompetent und steht vor einem Wissen, das andere haben und man selbst noch nicht. Das haben wir alle schon einmal erlebt und es ist völlig o. k. so. Das eröffnet Dir den Weg zum Lernen. Du kannst Dich entspannt auf den Weg begeben, um Dir Neues und Weiteres anzueignen.

Das Modell der Kompetenzstufenentwicklung zeigt Dir, wie der menschliche Lernprozess in vier Stufen unterteilbar ist. Das bedeutet, das alle Menschen, wenn sie etwas lernen, die folgenden vier Stufen durchschreiten:

1. Unbewusste Inkompetenz

Auf dieser Stufe des Lernens wissen wir nicht, was zu tun ist oder wie etwas zu tun ist oder noch nicht einmal, dass etwas zu tun wäre. Wir haben ein Defizit, wissen dies aber nicht. Wir ahnen noch nicht einmal, wie umfangreich die Lerninhalte sein können und was beispielsweise ein spannender Lernschritt sein könnte.

Beispiel: Gehen wir diesen Prozess doch mal mit dem Beispiel des Autofahrens durch. Ein kleines Kind realisiert noch nicht, dass es kein Auto fahren kann.

2. Bewusste Inkompetenz

Es kann der Punkt kommen, an dem wir dann realisierten, dass andere etwas können, was man selbst nicht kann. Damit können wir es zwar immer noch nicht, wir wissen aber schon mal, was möglich sein könnte. Wir erkennen, dass es dazu Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse braucht, die wir noch nicht haben. Wir können auch beurteilen, dass es Konzentration und Anstrengung braucht, eigene Lösungen für den Kompetenzaufbau zu finden.

Beispiel: Wenn das Kind älter wird, sieht es immer häufiger, wie Eltern und andere Auto fahren, und es wird ihm irgendwann bewusst, dass es nicht Auto fahren kann.

3. Bewusste Kompetenz

Alle Menschen können bewusst an ihrem Verhalten und ihrer Einstellung etwas verändern. Sie erfahren und reflektieren, dass es mit Mühen und Anstrengung verbunden ist, neues Verhalten, neue Handlungsweisen oder neue und erweiterte Denkweisen zu erlernen. Mit hoher Konzentration werden die neuen Dinge mit eigenen Lösungsansätzen erprobt und Zusammenhänge können immer schneller erfasst werden.

Beispiel: So auch beim Autofahren. Wer erwachsen genug ist und den Führerschein erwerben darf, übt und trainiert das Autofahren und lernt immer besser, mit dem Fahrzeug und den Verkehrsgegebenheiten umzugehen.

4. Unbewusste Kompetenz

In dieser Stufe ist das ehemals Neue erfasst, alle Handgriffe, das notwendige Wissen und die zielgerichteten Vorgehensweisen sind in Fleisch und Blut übergegangen. So ist das neu Gelernte internalisiert und die Menschen wenden ihr Wissen routiniert und ohne ein Nachdenken, wie das nun am besten funktionieren soll, an. Die einzelnen Aspekte haben sich zu Mustern und Gewohnheiten entwickelt.

Beispiel: Wenn die erwachsenen und geübten Fahrzeugfahrer dann in ihr Auto steigen, müssen sie nicht mehr darüber nachdenken, wie man Auto fährt. Sie tun es, ohne darüber nachzudenken. Es ist eine Kompetenz, die für sie automatisch abrufbar ist.

Dein eigener Umgang mit dem Lernen

Die Übergänge der vier Kompetenzstufen sind möglicherweise anspruchsvoll und können bisweilen sogar als unangenehm und schmerzhaft empfunden werden. Es lässt sich immer wieder beobachten, dass Menschen ärgerlich über sich selbst werden, wenn sie aus der Stufe der «unbewussten Inkompetenz» in die «bewusste Inkompetenz» gelangen. Oder auch, dass sie den Übergang von «bewusster Inkompetenz» zur «bewussten Kompetenz» als sehr mühsam empfinden.

Vielleicht weckt die Erfahrung des Nichtkönnens aber bei Dir eher Neugierde und Freude am bewussten Lernen. Möglicherweise entsteht in Dir dann eine «bewusste Kompetenz», die am Beginn noch etwas holprig wirkt. Oft ist dabei das Erreichen der nächsten Kompetenzstufe nur mit einem längeren Trainieren und dem wiederholten Zurückfallen ins «Nicht-Können» erreichbar. Das Neue ist zu Beginn noch fehleranfällig.

Wenn Dir auffällt, dass Du in Deine altvertrauten Muster zurückgefallen bist, darf Dich das bestärken, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Durch wiederholendes Trainieren des neu Erlernten verinnerlichst Du Deine Kompetenzen. Sie werden Dir so selbstverständlich, dass sie automatisiert ablaufen und Du selbst unter Stress diese Kompetenzen ohne nachzudenken anwenden kannst. Dann hast Du das Stadium der unbewussten Kompetenz erreicht.

Wie Du das Modell für Dich nutzen kannst

Die Theorie der vier Kompetenzstufen basiert auf den ersten Veröffentlichungen aus dem Jahr 1969 von Martin M. Broadwell. In den späten 1970er Jahren entwickelte Noel Burch von Gordon Training International die Theorie weiter unter dem Namen «Die vier Phasen zum Erlernen neuer Fähigkeiten».

Das Modell hilft Dir, Dich als erwachsene Person als Lernende und Lernender zu begreifen und Deinen Kompetenzerwerb bewusst zu steuern. Und gerade das ist in unserer Zeit und unserer veränderten Lebens- und Arbeitswelt unabdingbar. Du kannst immer wieder neue Fähigkeiten aufbauen und perfektionieren. Du kannst dieses Modell als ein mächtiges Werkzeug für Deine berufliche Zukunft einsetzen.

Das Modell der vier Stadien des Erlernens von Fertigkeiten macht auch deutlich, dass wir einen grossen Teil unbewusst aus unserer unbewussten Kompetenz heraus erledigen. Wir haben unser Tun und unsere Denk- und Handlungsweisen so stark verinnerlicht. Das ist per se nicht schlecht und wir wollen und können das auch nicht ändern.

Für die Stellensuche und den Wechsel in eine neue Position im beruflichen Umfeld möchten wir hier drei Aspekte aus dem Modell herausheben, die Dir wichtige Hinweise geben können:

1. Formuliere, was Du besonders gut kannst und wie sich diese Kompetenzen zeigen

Es ist Deine Aufgabe, Deine unbewussten Kompetenzen zu identifizieren und so zu beschreiben, dass andere erkennen, wie das für sie von Nutzen sein kann. Du solltest sehr gut vorbereitet sein, um Deine Kompetenzen wirklich gut zu beschreiben.

Hier für Dich ein paar hilfreiche Fragen dazu:

  • Was hat Dir Deine bisherigen Erfolge ermöglicht?
  • Wie beschreibst Du Deine persönlichen Stärken?
  • Mit welchen Strategien warst Du bisher privat und beruflich erfolgreich?
  • Welche Kompetenzen und Potenziale sehen andere Menschen in Dir?
  • Welche Erfahrungen kannst Du aus Deinen erzielten Erfolgen ziehen, um zukünftige Herausforderungen zu meistern und Deine Ziele zu erreichen?

Wenn Du so eine Bewusstheit über Deine Kompetenzen gewinnst, steigerst Du Dein Selbst-Bewusstsein und zeichnest ein wertschätzendes, realistisches Bild von Dir und Deiner Leistungsfähigkeit. Du kannst mit dem Wissen um Dein Wissen Deine Fähigkeiten weiter ausbauen, vertiefen und gezielt einsetzen. Das ist der Weg in die Stärkung der Stärken.

2. Erkenne, wie Du persönlich am besten lernst und Dir Wissen aneignest

Bereite Dich darauf vor, dass man von Dir beim Stellenwechsel wissen will, wie Du Dich gegenüber Neuem verhältst und wie Du Neues lernst und Deine Kompetenzen immer wieder erweiterst.

Dafür hier einige hilfreiche Fragen zur Vorbereitung Deines persönlichen Storytellings:

  • Wie lernst Du, auch wenn der Leistungsdruck hoch ist und Stress oder die beruflichen Herausforderungen steigen?
  • Wie bist Du aufgestellt im agilen Umgang mit einer gesunden Work-Life-Balance?
  • Wie erfährst Du Dich im spontanen Lernen am Arbeitsplatz?
  • Kannst Du Dich darauf verlassen, auch von und mit anderen am «guten Beispiel» zu lernen, und hast Du dafür Beispiele?
  • Woran erkennst Du, dass Du Dich immer wieder gerne dem neuen Lernen widmest?

3. Bewusstheit beibehalten, dass Lernen immer wieder notwendig und unverzichtbar ist

Das Wissen aus der Erstausbildung veraltet immer schneller. Wir alle müssen ständig neu lernen, uns weiterbilden und dazu die richtigen Akzente setzen. Dabei ist es auch wichtig, sich für eventuelle künftige Aufgaben zu qualifizieren oder sich mit dem Wissen anderer zu verbinden.

Vielmals fangen wir eine Aufgabe an und sind teilweise in den Lösungsversuchen «unbewusst inkompetent». Wir glauben zu wissen, wie etwas am besten gelöst werden kann, wissen es aber nicht. Das nötige Wissen eignen wir uns mit Lernen, gezielten Fragen und Feedback von anderen an. Wer mit dieser Haltung an die Erledigung der Aufgaben geht, wird schneller neue Kompetenzen aufbauen.

Vorsicht vor dem Dunning-Kruger-Effekt!

Das kontraproduktive Halbwissen, das mit dem sogenannten Dunning-Kruger-Effekt beschrieben wird, sagt aus, dass inkompetente Menschen ihre eigene Inkompetenz nicht erkennen können und somit auch die Kompetenz anderer nicht sehen und würdigen können. Sie überschätzen dauernd die eigenen Kompetenzen, besitzen oft ein übersteigertes Selbstvertrauen und wollen dennoch ihre eigenen Kompetenzen nicht erweitern.

Lebenslanges Lernen

Dem gegenüber steht das Konzept des lebenslangen Lernens. Ganz gleich, ob Du damit Deine eigenen Interessen und Leidenschaften oder Deine beruflichen Ambitionen verfolgst, es kann Dir persönliche Erfüllung und Zufriedenheit bringen.

Es ist der natürliche Antrieb des Menschen, zu erforschen, zu lernen und zu wachsen. Suche das, was Dich inspiriert, was hilft, Deine eigenen Ideen und Ziele zu verwirklichen. Das verbessert Deine Lebensqualität, Deinen Selbstwert und das Wissen um Deine Selbstwirksamkeit.

Dank der vielen neuen technischen Möglichkeiten werden immer mehr innovative Lern- und Lehrmethoden geschaffen, die das selbstbestimmte, lebenslange und selbstgesteuerte Lernen ermöglichen.

Aktuelle Arbeitsmarktstudie 2021 Schweiz von JobCloud

Aktuelle Arbeitsmarktstudie 2021 Schweiz von JobCloud

Was sind die wichtigsten Gründe, um einen neuen Job zu suchen? Wo suchen die meisten Wechselwilligen nach einem neuen Job? Worauf achten die Menschen bei den Stelleninseraten am meisten?

Diese und mehr Fragen werden in der aktuellen Arbeitsmarkt-Studie von JobCloud AG in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Link beantwortet.

Im April 2021 wurden insgesamt 1’300 aktiv und passiv Jobsuchende in der Schweiz befragt. Die ausgewerteten Erkenntnisse zu den verschiedenen Themen rund um Jobsuche und Arbeitswelt sind spannende Insights für alle, die jetzt auf Stellensuche sind.

Schon die Kurzzusammenfassung gibt interessante Hinweise:

  1. KMU sind in der Schweiz die attraktivsten Arbeitgeber
  2. Weniger Personen sind zurzeit aktiv oder passiv auf Stellensuche
  3. Die meisten sind bereit zu pendeln, je jünger umso eher
  4. Im Durchschnitt setzen Suchende eine Stunde für eine Bewerbung ein
  5. Ein gutes Netzwerk ist weiterhin ein Garant für das Finden der Stelle
  6. Jüngere schätzen die Wichtigkeit von Arbeitgeberbeurteilung höher ein
  7. Es dauert heute länger, bis auf eine Bewerbung geantwortet wird

Die Studie ist sehr übersichtlich aufgebaut und die vertieften Informationen geben einen repräsentativen Überblick über die Bewerbungssituation in der Schweiz.

Hier mehr zur Studie im kostenlosen Booklet von JobCloud.

Der Arbeitsmarktbarometer zeigt nach oben

Der Arbeitsmarktbarometer zeigt nach oben

In der Schweiz zeigen sich die Arbeitgeber optimistisch in Bezug auf die Erholung des Arbeitsmarktes, sowie in allen sieben Regionen und Branchen zuversichtlich im Hinblick auf die Einstellungsabsichten für das letzte Quartal 2021.

Dem gegenüber steht das Ergebnis, dass 57% der Befragten einen Talentmangel in der Schweiz befürchten.

Angesichts dieses Talentmangels, der nach wie vor der schlimmste seit 15 Jahren ist, investieren, laut den Angaben in der Befragung, 41% der Unternehmen in Ausbildung, Kompetenzentwicklung und Mentoring, während 67% mehr Flexibilität anbieten, sowohl bei den Arbeitszeiten als auch beim Arbeitsort. Schweizer Arbeitgeber konzentrieren sich auf die Anreize Ausbildung, Kompetenzentwicklung und Mentoring (54%).

Abgesehen von den Anreizen, stehen zudem Weiterbildungsmassnahmen für die Belegschaft ganz oben auf der Agenda von Unternehmen. Aber es gibt auch Hindernisse: Auf globaler Ebene werden als grösste Hürden Geld (22%), Zeit (19%) und der Zugang zu den richtigen Schulungspartnern (13%) genannt.

In der Schweiz präsentiert sich bei den Arbeitgebenden ein ähnliches Bild, obwohl das Hindernis Zeit (34%)
einen viel höheren Prozentsatz erreicht als der globale Wert.

Hier gibt es die Zusammenfassung der Zahlen aus der Schweiz.

Der ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer wird vierteljährlich durchgeführt und misst die Erwartungshaltung von Arbeitgebern zur Beschäftigungslage für das jeweils folgende Quartal. In der Schweiz wird die Befragung bei mehr als 750 Arbeitgebern im Rahmen der Studie durchgeführt.

Karriereplanung hilft auch Dir – egal wie lange Du schon im Berufsleben stehst.

Karriereplanung hilft auch Dir – egal wie lange Du schon im Berufsleben stehst.

Viele Menschen sind in ihrem Berufsumfeld fachlich exzellent qualifiziert, bremsen sich aber selbst aus, weil sie ihre Karriereplanung nicht ernst genug nehmen.

Heute verlaufen Berufsbiografien oft mit Abzweigungen und auf Umwegen. Der lineare Karriereweg ist selten geworden. Das ist aber auch gut so, denn es bringt mehr Individualität in die Arbeitswelt.

Eine Karriere wird eben nicht am Reissbrett konstruiert. Die Planung läuft parallel zum Berufsweg und der Realisierung der einzelnen Stationen. Wichtig ist dabei, dass Du kontinuierlich Deine Kompetenzen, Potenziale, Wünsche und Bedürfnisse prüfst und immer wieder abgleichst. So kannst Du selbst Geschwindigkeit und Richtung in Deinem Karriereplan korrigieren.

Dein Karriereplan darf sich modular aufbauen und Gehaltsvorstellungen, die angestrebte Positionen, Dein individuelles Lebensmodell und Dein ganz persönliches Empfinden von Sinnhaftigkeit beinhalten. Alles Fragen, die sich ganz auf Deine eigenen Vorstellungen, Talente, Werte und Bedürfnisse beziehen. Einen Karriereplan zu machen, heisst eben nicht, die Antwort zu suchen auf die Frage «Wie komme ich am schnellsten zu Firma XY und dort geradewegs in die Führungsetage?».

Der Begriff Karriere wird vielfältig interpretiert

Jeder versteht etwas anderes unter Karriere und der Begriff Karriere kann auf verschiedenste Art gedeutet werden. Der Wortstamm jedenfalls geht auf das französische «carrière» zurück und bedeutet «Rennbahn» oder «Laufbahn». Dabei ist das zentrale Element die Vorwärtsbewegung und nicht unbedingt das Emporsteigen.

Dennoch wird Karriere und Karriere machen oft mit Erfolg und Aufstieg gleichgesetzt. Wenn Du den Begriff neutral für Deinen eigenen Werdegang und Entwicklungsprozess einsetzt, spürst Du weniger Erfolgsdruck und der Raum für die eigene Planungshoheit und Gestaltungskraft wird grösser und klarer.

So muss eine individuelle Karriereplanung auch nicht unbedingt eine komplette Neuorientierung sein. Vielleicht siehst Du es als notwendig und sinnvoll an, weil die berufliche Position, in der Du zurzeit bist, nicht den eigenen Vorstellungen, Wünschen und persönlichen Ressourcen entspricht. Oder Du bist gerade auf Stellensuche, dann solltest Du auf keinen Fall die Karriereplanung vernachlässigen.

Stelle Dir vielmehr die Frage: «Welcher Jobwechsel, welche Zusatzqualifikationen und welche Spezialisierungen verhelfen mir zu der Position, in der das Gleichgewicht zwischen Gehalt, der Zeit, die ich investiere, der verantwortungsvollen Aufgabe und meiner Familien- und Freizeitplanung für mich stimmt?»

Erfolg und Karriere werden oft synonym genannt und beides hängt auch wirklich miteinander zusammen. Beiden Begriffen ist gemeinsam, dass sie ein Ziel brauchen, auf das sie sich hin entwickeln. Ohne Ziel und Zielbestimmung gibt es keinen Erfolg. Wie willst Du das denn sonst messen? Du kannst nur feststellen, dass Du etwas erreicht hast, wenn Du vorher festgelegt hast, was es sein soll.

Genauso ist es in Deiner Karriere. Du bestimmst sie mit Deinen eigenen Werten und Deinen eigenen Zielen.

Der beste Zeitpunkt für den Start Deiner Karriereplanung

Du hast mit Deiner «Karriereplanung» vielleicht schon sehr früh begonnen. Manche Berufsziele sind schon für Fünfjährige recht konkret. Diese Wünsche müssen sich dann im Erwachsenenalter nicht unbedingt erfüllen. Darin zeigen sich dennoch sehr oft die besonderen Interessen und Begabungen, die es wert sind, gefördert zu werden.

Deine individuellen Interessen haben wahrscheinlich auch Deine schulische Laufbahn beeinflusst. Bei vielen Menschen kristallisiert sich die Orientierung schon früh heraus, etwa durch Lieblingsfächer oder die Studienwahl.

Gut beraten ist, wer sich möglichst früh darüber informiert, wie die eigenen Talente am Arbeitsmarkt gewinnbringend und sinnstiftend eingesetzt werden können und wo dieser Berufsweg im Idealfall hinführen kann.

Wer schon länger im Berufsleben steht und sich dann umorientiert, muss nicht unbedingt etwas verpasst oder die falsche berufliche Entscheidung getroffen haben. Menschen entwickeln sich auf ihrem individuellen Lebensweg kontinuierlich und die Interessengebiete, Rahmenbedingungen, Prioritäten, Wünsche und Ziele ändern sich auch. Deine Karriereplanung aus jungen Jahren kann anschliessend total anders aussehen.

Der wichtigste Tipp: Den Plan regelmässig überprüfen und immer wieder flexibel abwandeln.

Die 4 Phasen der Karriere

Vom alten Begriff der «Karriereleiter» darfst Du Dich verabschieden. Der suggerierte einen kontinuierlichen, progressiven Anstieg von Gehalt, Geltung und Macht. Die wenigsten Berufslaufbahnen verlaufen in dieser angeblichen «Ideallinie».

Es gibt stattdessen in vielen Karrieren und Laufbahnen Zweifel, Brüche und neue Richtungen. So ist es zum Beispiel sinnvoll, die Karriereplanung in den vier Phasen der biografischen Meilensteine zu betrachten.

Diese Karrierephasen sind Lebensphasen und bilden einen Teil unserer Identität. So erweitern sich im Laufe des Lebens der Möglichkeitsraum und die Gestaltungskraft. Der Radius vergrössert sich und der Fokus verlagert sich von der «Sicht auf mich selbst» in die «Sicht auf mich und andere».

Die verschiedenen Karrierephasen sind persönlichkeitsbildend. Wer sich darauf einlässt und reflektiert, entwickelt sich beruflich und persönlich weiter und lernt mehr darüber, wer er/sie ist, was er/sie kann und was er/sie will.

Unser Tipp: Prüfe diese Entwicklung bei Dir selbst und erkenne, in welcher Lebens- und Karrierephase Du Dich befindest. Es macht Freude, zu entdecken, wie diese Zeiten sich bei Dir auch als Entwicklungsphasen im Sinne einer Ich-Entwicklung zeigen oder gezeigt haben.

Der Zeitpunkt, wann die einzelnen Phasen erreicht werden, ist bei allen Menschen unterschiedlich. Während die eine Person im Alter von 25 noch in der ersten Phase steckt, kann eine andere schon längst in der dritten Phase angekommen sein.

1. Einstiegsphase ca. bis Mitte 20

In der ersten Phase geht es um das Ankommen im beruflichen Leben. Die Phase ist oft noch von Unsicherheit geprägt mit der Suche nach dem eigenen Weg.

Wer mutig ist, startet nicht selten berufliche Experimente, um herauszufinden, was Spass macht und wo die persönlichen Perspektiven und der berufliche Sinn liegen können. Es stellt sich die Frage «Wo gehöre ich hin und wo will ich sein?».

2. Aufbauphase ca. ab Mitte 20

Im Mittelpunkt der Aufbauphase stehen der Ausbau und die Festigung der beruflichen Existenz. Es werden praktische Erfahrungen gesammelt, das Fachwissen vertieft, neue und weitere Kompetenzen angeeignet und zusätzliche Qualifikationen erworben.

Der berufliche Erfolg hat bei den meisten Menschen in dieser Phase eine sehr hohe Priorität und wird mit vollem Einsatz und grosser Leistungsbereitschaft verfolgt. Es geht darum, etwas zu leisten und herauszufinden «Wer bin ich und wie kann ich mich in meinem Lebens- und Arbeitsstil festigen?».

3. Orientierungs- und Integrationsphase ca. ab Mitte 30

Die Orientierungsphase erfordert oft Kompromisse, wenn es gilt, den beruflichen Weg mit ins Privatleben zu integrieren und damit in Balance zu bringen. In Bezug auf die Stellenangebote und einen Stellenwechsel zeigen sich viele Menschen in dieser Phase als anspruchsvoller und kritischer.

Es ist auch die Phase, in der die berufliche Spezialisierung vorangetrieben wird. Es geht um das persönliche Wachstum, die Erweiterung und den Aufbau von integrativen beruflichen Beziehungen und genau um die Frage «Wie will ich leben und arbeiten?».

4. Identitäts- und Sinnphase ca. ab Mitte 40

In dieser Karrierephase steht die Sinnfrage im Mittelpunkt. Vielleicht sind auch die früheren Karriereziele überholt und es wird der Wunsch, etwas zu bewegen und hinterlassen zu wollen, immer wichtiger. Möglicherweise steht auch nochmals eine Neuorientierung an.

Folgende Fragen rücken in den Vordergrund «Bin ich gefestigt und möchte, dass alles so bleibt? Waren meine bisherigen Entscheidungen richtig und bin ich jetzt dort, wo ich hinwollte? Oder bin ich nicht zufrieden und möchte neu abbiegen?»

Es werden dann neue Bezugspunkte gesucht und gefunden, das eigene Wertesystem hinterfragt und neu gedeutet. Es gilt herauszufinden: «Was soll bleiben, was muss geändert werden und was will ich weitergeben?»

Das Paradox der Karriere-Planung ohne Plan

Wer keinen Plan hat, kann die Chancen nicht erkennen. Wer einen Plan hat und sich strikt daran hält, der läuft auch Gefahr, die schnell wandelnden Möglichkeiten zu verpassen. Gehe Schritt für Schritt vor, damit Korrekturen möglich werden und Du aufmerksam bleibst, was um Dich herum geschieht.

Eine Laufbahn entsteht im Laufen. Du kannst nicht alles planen, steuern und kontrollieren. Heute sind viele Berufsbilder gar nicht mehr eindeutig beschreibbar. Vieles ändert sich innerhalb kürzester Zeit. Du kannst in Deiner Laufbahn nicht alles von Anfang an planen, steuern und kontrollieren. Es gibt immer wieder neue Möglichkeiten, Zufälle und gute Gelegenheiten.

An allen Kreuzungspunkten stelle Dir immer wieder die gleichen Fragen: «Was kann ich? Wen kenne ich? Und was kann ich damit tun?» So kann «Deine Planung ohne Plan» beginnen.

So steigst Du in den kontinuierlichen Prozess ein und verschaffst Dir einen Überblick über Deine aktuellen Fähigkeiten und Erfahrungen, beruflichen Ziele, Deine Interessen und Prioritäten. Daraus entwickeln sich die Aktionen, die Du beabsichtigst.

  1. Liste Deine aktuellen Fähigkeiten auf und beschreibe das Potenzial.
  2. Prüfe, was Du noch dazulernen möchtest und ob das für die Arbeitswelt von morgen ausreichend sein wird.
  3. Sammle Jobs, Funktionen und Arbeitgeber, die Dir gefallen und Eindruck machen.
  4. Erstelle die Beschreibung Deines idealen Jobs – was entspricht Dir am meisten?
  5. Formuliere die gewünschten Aufgaben, das Arbeitsumfeld, den Output, den Du anstrebst.
  6. Setze Dir Ziele und Fristen, die Dich motivieren und bei der Entscheidung helfen, welche Massnahmen Du ergreifen willst, ohne Dich anzutreiben oder zu blockieren.
  7. Prüfe immer wieder den Fortschritt und ob die Planung so noch für Dich richtig ist oder ob Du Änderungen vornehmen willst, weil sich die Umstände geändert haben.
  8. Werde aktiv und bleibe neugierig, um weiter zu lernen und Dich in Deiner Professionalität besser kennen zu lernen.
  9. Vernetze Dich und setze für Dich klug Storytelling ein. Erzähle die «Geschichte» Deines beruflichen Weges und berichte von der Richtung, die Du weiter einschlagen willst. Führe Gespräche und achte auf die Antworten. Bringe so Deine Leidenschaft und Dein Expertentum ein und zeige Dich in der breiten Palette Deiner Fähigkeiten.

Bleibe in der «Wachstumshaltung» und gehe in kleinen Schritten vor. So wird sich im Laufe der Zeit Dein Selbstvertrauen stärken und das Wissen um die vielen verschiedenen Berufs- und Karrieremöglichkeiten erweitern, ganz gleich, in welcher Karrierephase Du gerade stehst.