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Smart Working – Bringt Home Office der Schweiz eine neue Arbeitskultur?

Ist der Kulturwandel zu grösserer Flexibilität und Autonomie für Mitarbeitende im Gange oder ist die Chance zu New Work und Smart Working verpasst?

Diese und andere Fragen hat der Zürcher Outplacement-Spezialist von Rundstedt in einer Studie zum sogenannten Smart Working in der Schweiz gestellt. Zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 befragte das Unternehmen unter der Leitung von Professor Andrea Martone, Director Research & Studies, 534 Unternehmen in der Schweiz.

Aus den Antworten geht hervor, dass die rasche Umstellung wegen Corona dazu führte, dass in den Unternehmen das Home Office als sogenannte Telearbeit eingeführt wurde. Das heisst, es wurden nur die die technischen Schritte gemacht. Eine Kulturveränderung oder Anpassungen der Prozesse und Strukturen oder die Einführung einer neuen Führungskultur blieben aus. Viele Unternehmen waren nicht auf die erforderlichen Schritte vorbereitet, sondern wurden durch die Situation dazu gezwungen.

Der gute Effekt, der auch in der Studie bestätigt wurde, ist jedoch, dass die Effizienz und die Qualität der Arbeit von zu Hause mehrheitlich nicht gelitten haben. Viele der befragten Manager gaben zu, dass sie das nicht so erwartet hätten.

Allerdings konnte auch ein negativer Einfluss auf die Team- und Mitarbeitendenmotivation erkannt werden. Besonders da, wo die Unterstützung durch den Arbeitgeber sich auf die Bereitstellung von Arbeitsgeräten wie Laptops und Software-Zugängen beschränkte.

Die eine Hälfte der in der Studie befragten Manager sieht mehr Verwirrung und Unklarheit im Arbeitsumfeld durch Smart Working. Sie befürchtet einen Kontrollverlust über die Mitarbeitenden. Die andere Hälfte sieht das nicht so und kann sich eher auch die Chancen einer neuen Arbeitskultur vorstellen.

Lesen Sie Hier mehr zur der Studie.

Netzwerk Kadertraining meint dazu:

Smart Work ist mehr als Home Office. Smart Working beschreibt nicht nur ein Arbeitskonzept, das die Flexibilität und Unabhängigkeit der Arbeitnehmer durch die Nutzung moderner Technik unterstützt. Unter dem Begriff versteht man vielmehr eine weitreichende Transformation. Es bedeutet, den Menschen bei allen Überlegungen tatsächlich in den Mittelpunkt zu stellen und auf der Basis die technologischen, kulturellen und strategischen Dimensionen des Unternehmens abzustimmen, um damit ein «kluges Arbeiten» zu ermöglichen.

Die Menschen, die schon seit einem Jahr vermehrt im Home Office arbeiten, wünschen sich viele Möglichkeiten, wie man flexibles Arbeiten im Unternehmen fördern kann. Es geht über ein Reglement für Home Office hinaus. Sie wünschen sich eine ganzheitliche Betrachtung der Arbeitsmethoden in Unternehmen und wollen neben Flexibilität auch ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Perspektiven bezüglich der Arbeit einbringen können. Sie fordern, dass das Management bestehende Strukturen, Prozesse, Gewohnheiten und Konzepte hinterfragt und überarbeitet.
Das geschieht schon in vielen Unternehmen. Nicht zuletzt, weil das Management oft vor der Tatsachte steht, nicht die passenden Fach- und Führungskräfte für die Organisation zu finden.

Unbestritten ist die Arbeitswelt im Umbruch, verändert durch Globalisierung, die digitale Transformation und den demographischen Wandel. Das verändert auch die Organisationsstrukturen, Prozesse und Hierarchien. Individualität, Mobilität und Vernetzung lösen die alten Modelle Stück für Stück ab.

Die Technologie entwickelt sich seit einigen Jahren so schnell, dass die neue Art der Arbeit nun überhaupt erst gestaltbar wurde. Jetzt liegt der Fokus auf orts- und zeitunabhängigem Arbeiten, auf neuen agilen Methoden und Prozessen, auf Selbstorganisation, neuer Führungsgestaltung und Aus- und Weiterbildung im Echtzeitlern-Modus.

Nicht nur Mitarbeitende werden flexibler, sondern die gesamte Unternehmens-Struktur. Gut zu wissen: Das passiert nicht von heute auf morgen. Wir können vielerorts die kleinen Schritte und Experimente erkennen.

Wer jetzt auf Stellensuche ist, beschäftigt sich vorzugsweise mit dem «neuen Normal» der Arbeitswelt und stellt gezielte Fragen. Bewerbende schauen sich genau an, wie das Wunsch-Unternehmen die Herausforderung für attraktive Lösungen rund um ein angenehmes, produktives Arbeiten für die Mitarbeitenden gestaltet.

Das althergebrachte Konzept vom Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert wird, ist nicht nur räumlich out. Die gesamte Arbeitsgestaltung ändert sich.

Stellen Sie diese Fragen:

• Wie ist Zusammenarbeit konzipiert?
• Wo steht man mit der digitalen Transformation im Unternehmen?
• Wann und wo kann ich mich einbringen?
• Wie werden Veränderungen angestossen?
• Wie laufen Entscheidungsprozesse?
• Wie ist der Rahmen für Selbstorganisation gesteckt?
• Wie verstehen Sie Führung und vieles andere mehr?

Hören Sie genau zu, ob das Unternehmen, für das Sie sich entscheiden könnten, auch gut für die Zukunft des «klugen Arbeitens» aufgestellt ist.