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Die Quote der Stellenwechsel in der Schweiz stabil – Keine Zeichen einer Great Resignation

Zu dem Ergebnis kommt Avenir Suisse nach ihrer Analyse der Zahlen aus 2021. Den Zahlen und Berechnungen liegen die Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) zu Grunde. Im beiliegenden Artikel geht der Autor davon aus, dass auch für 2022 noch keine Trendwende zu einer grossen Kündigungswelle auszumachen ist.
Unter «Great Resignation», auch bekannt als «Big Quit», wird ein anhaltender wirtschaftlicher Trend vor allem in den Vereinigten Staaten beschrieben, bei dem Mitarbeiter seit Anfang 2021 freiwillig und massenhaft ihren Arbeitsplatz kündigen. Allein Viereinhalb Millionen Erwerbstätige haben im November 2021 in den USA ihren Job gekündigt. Dieses Phänomen ist in der Schweiz noch nicht zu beobachten, dies die Einschätzung der Experten.

Etwas häufiger sind in der Schweiz die Berufs- und Branchenwechsel vermerkt. Insgesamt ist die Berufsmobilität auf dem Schweizer Arbeitsmarkt eindrücklich und auch die Jahre davor haben viele Menschen nicht nur die Stelle, sondern auch den Beruf oder die Branche gewechselt.

Die Statistik der Rotationsquote von Avenir Suisse zeigt, dass zwischen den Jahren 2012 und 2019 in 36% der Fälle sowohl der Beruf als auch die Branche gewechselt wurde. Die Pandemie hat an diesem Bild wenig geändert. Diese grösseren Karriereschritte mit einem Berufs- oder Branchenwechsel wurden mit 41% vermerkt.

Die ersten Wochen des neuen Jahres zeigen schweizweit eine starke Erholung der Konjunktur. Die offenen Stellen liegen inzwischen leicht über dem Niveau vor der Pandemie. In der Schweiz entspricht auch der Branchenmix der ausgeschriebenen Stellen in etwa demjenigen der 2010er-Jahre. Das heisst, dass die Chancen, eine neue Stelle zu finden, zurzeit breit verteilt sind.
Avenir Suisse: Die Schweizer bleiben dem Arbeitsmarkt trotz Corona treu und es gibt noch keine ernsthaften Hinweise auf eine «Great Resignation» wie in den USA.

Doch die Frage ist auch bei uns relevant: Was bringt Talente dazu, sich auf die Suche nach «sinnvollerer Arbeit» zu begeben, und dazu, das bisherige Unternehmen zu verlassen?
Nicht nur Top-Spezialisten aus dem Tech-Bereich suchen flexible Arbeitsverhältnisse und die Möglichkeit von häufigen Standortwechseln. Viele Arbeitnehmende wollen ihren Job ortsunabhängig erledigen können.

Nach den Erfahrungen der letzten beiden Jahre setzen sich immer mehr Mitarbeitende mit ihrer beruflichen Situation intensiver auseinander.

  • Sie gehen, wenn das Krisenmanagement des Arbeitgebers enttäuschend war.
  • Sie verlassen ihren alten Arbeitgeber, wenn das Gefühl der Zugehörigkeit zum Unternehmen nicht mehr vorhanden ist.
  • Oft rückt beim Stellenwechsel die Sinnfrage in den Vordergrund: «Mache ich wirklich das, was ich wirklich will?».
  • Fehlende Wertschätzung im Unternehmen oder von der unmittelbaren Führungskraft sorgen dafür, dass der Weggang und der Stellenwechsel vorangetrieben werden.

Netzwerk Kadertraining meint dazu

Die Unternehmen in der Schweiz wollen und werden sich der Great Resignation entgegenstellen. Um Mitarbeitende langfristig zu binden, müssen sie deren Wünschen, Bedürfnissen und Anforderungen nachkommen. Das beginnt damit, dass sie die Beziehungen stärken und dafür sorgen, dass alle ihre persönlichen Kompetenzen einbringen können.

Im Gegenzug wissen immer mehr Menschen sehr gut, wie sie gerne arbeiten wollen und äussern das auch. Nicht nur im Bewerbungsgespräch. Aber Achtung, wenn an der aktuellen Stelle die Weiterbildungsmöglichkeiten ausbleiben oder andere Gründe für berufliche Unzufriedenheit sorgen, nicht unüberlegt kündigen. Zu einer übereilten Flucht aus Stress, Frust oder Unter- wie Überforderung, darf es nicht kommen. Die Antworten auf die Frage: „Bleiben oder gehen?“ müssen gut vorbereitet werden.

Wer sich für diesen Schritt der Kündigung entscheidet, sollte seine veränderten Vorstellungen und Ziele genau kennen und auch schriftlich festhalten. Daraufhin können dann die Angebote eines neuen Arbeitgeber geprüft werden und die eigenen Bedürfnisse und Wünsche vielleicht sogar schon im Bewerbungsschreiben und ganz sicher dann in den Bewerbungsgesprächen kommuniziert werden.