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Der Blick nach vorn – welche Kompetenzen in der Zukunft gefragt sind

Future Skills, das Schlagwort der Stunde – bloss ein Buzzword oder wirklich wichtig? Diese Frage dürfen wir uns stellen und nach Antworten suchen. Gerade jetzt, wenn ein Jahr zu Ende geht und wir unsere Kräfte sammeln für den Start in ein neues. Vor allem ist zu klären, was unter den Zukunfts-Kompetenzen verstanden werden darf, wie sie aufgebaut und eingesetzt werden können.
Dazu geben Studien und Untersuchungen Auskunft. Wir haben uns eine herausgesucht, die wir hier zeigen und kurz besprechen möchten:

Die INOLUTION Innovative Solution AG hat in Zusammenarbeit mit der FHNW im Rahmen einer Bachelor-Thesis die Frage gestellt: «Was sind die relevanten Zukunftskompetenzen für mittlere und grössere Schweizer Unternehmen?»

Aus den Antworten wurden neun «Soft Skills» herauskristallisiert, die als so genannte Zukunftskompetenzen für eine erfolgreiche Unternehmensstrategie bedeutsam sind.

In der konkreten Studie wurde der Fokus auf mittlere und grössere deutschschweizer Unternehmen (50 – 3000 Mitarbeitenden) gelegt. Es wurden in den Kategorien Selbst-, Sozial- Methodenkompetenzen bestimmte Skills abgefragt und um eine Priorisierung gebeten. Die genannten Top 3 der Kompetenzen wurden in Rangfolge gebracht.

Zunächst die Definition:
«Eine Kompetenz ist demnach die Fähigkeit, komplexe Anforderungen in einem bestimmten Kontext erfolgreich zu erfüllen.»

Hier die 9 wichtigen Zukunfts-Kompetenzen, die gesucht sind bei bestehenden oder neuen Mitarbeitenden:

Im Bereich Selbstkompetenz

Bereit sein Neues zu lernen
«Die Fähigkeit und Bereitschaft zum Lernen, insbesondere des selbstgesteuerten Lernens»

Flexibel sein
«Bereitschaft, sich mit neuen und ungewohnten Situationen auseinanderzusetzen. Beispielsweise Arbeitsplatz wechseln, mehrere Arbeiten erledigen. Gewohntes Denken und Verhalten hinterfragen und ändern zu können sowie dazu bereit zu sein, Neues auszuprobieren»

Verantwortung übernehmen
«Die Bereitschaft und Notwendigkeit, Rechenschaft über die Folgen der eigenen Handlungen oder der Handlungen anderer, die durch einen selbst veranlasst werden, abzulegen»

Im Bereich Sozialkompetenz

Erfolgreich kommunizieren
»Diese Kompetenz umfasst neben sprachlichen Fähigkeiten auch Diskurs-, Dialog- und strategische Kommunikationsfähigkeit, um in unterschiedlichen Kontexten und Situationen situativ angemessen erfolgreich kommunikativ handlungsfähig zu sein»

Teambeitrag leisten
«Die Bereitschaft und Fähigkeit, mit anderen Menschen produktiv und zielorientiert zusammenzuarbeiten»

Interkulturelle Zusammenarbeit
«Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen wahrscheinlich zu machen»

Im Bereich Methodenkompetenz

Kundenorientiert handeln
«Die eigenen Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden abstimmen und umsetzen. Unternehmen bieten den Kunden Lösungen für Ihre Probleme an»

IT-Tools anwenden
«Die Fähigkeit digitale Medien (z. B. Word, Excel, Teams) anzuwenden. Unter anderem auch diese zu benutzen, um mit anderen zusammenzuarbeiten und das Wissen weiterzugeben»

Probleme lösen
«Aufgaben und Herausforderungen, deren Lösung einer Person oder einem Unternehmen Schwierigkeiten bereitet, da ihnen die Mittel fehlen, um den erwünschten Zielzustand zu ermöglichen»

Wer mehr wissen will, findet die Studie unter: https://www.kompetenz-management.com/studienergebnisse-zukunftskompetenzen-von-schweizer-kmu/

Netzwerk Kadertraining meint dazu:
Die Studie gibt einen interessanten Blick auf die Situation heute. Viele Firmen, Organisationen und Unternehmen müssen sich die Frage stellen, ob alle ihre Mitarbeitenden bereit sind, die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen.
Die sich schnell verändernde Arbeitswelt verlangt eine stetige Bewertung der in ihren Organisationen benötigten Kompetenzen. Jedes Unternehmen muss für sich selbst die für sie besonders relevanten Future Skills identifizieren und mit den vorhandenen Kompetenzen abgleichen. Die Organisationen müssen strategisch vorgehen und die möglichen Kompetenzlücken schliessen. Das betrifft vor allem drei Bereiche: Qualifizierung, Rekrutierung und Neuorientierung für neue Situationen.

Die Studienergebnisse können sich in Handlungsempfehlungen umwandeln. Das nicht nur für Unternehmen. Auch die Mitarbeitenden selbst dürfen sich darum bemühen, die Aus- und Weiterbildung in und mit den Zukunfts-Kompetenzen noch stärker als bisher in ihren Fokus zu stellen.

Eine der wichtigsten Zukunftskompetenz ist die „Selbstorganisierte Problemlösungskompetenz“. Die Unternehmen setzen auf agile Arbeitsmethoden, die das selbstständige und flexible Arbeiten fördern. Für diese Zukunft müssen sich die Mitarbeitenden wappnen und lernen, neue Herausforderungen auch in Eigeninitiative zu meistern.

Autor: Ulrike Clasen