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So lernest Du entspannt Neues - Tipps aus der Kompetenzstufenentwicklung

So lernest Du entspannt Neues – Tipps aus der Kompetenzstufenentwicklung

«Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr».

Dieses alte Sprichwort gilt nicht und es stimmte sowieso nie. Lerntheorien und Hirnforschung haben längst die Erkenntnis gefestigt, dass Lernen in jeder Lebensphase notwendig und möglich ist – und immer wieder, ob bewusst oder unbewusst, auch passiert. Das menschliche Hirn ist unglaublich plastisch und lernfähig und entwickelt sich stets weiter.

Lernen, ob bei Kindern oder Erwachsenen, verläuft immer als Prozess, auch wenn wir das so nicht bewusst wahrnehmen. Wir lernen nicht linear, sondern fast immer sprunghaft mit Zwischenschritten von einem Niveau auf das andere. Darum ist es auch so wichtig, sich als erwachsene Person nicht entmutigen zu lassen, wenn etwas scheinbar noch nicht «so recht verstanden» wurde. Gerade in den Phasen, wenn etwas nicht recht zu klappen scheint, ist es wichtig, dranzubleiben.

Oft erwerben Menschen auch Kompetenzen, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Dieses spontane Lernen fällt gar nicht so auf. Da werden wesentliche Lernschritte durch Imitieren und Ausprobieren bewältigt und das neue Können ist einfach da. So lernen Kinder auf natürliche Weise von Vorbildern. Auch für Erwachsene gilt: Durch häufiges Probieren, Tun und Trainieren geht plötzlich der berühmte Knopf auf.

Im Leben wirst Du nie fertig mit dem Lernen und dem Aufbau und der Integration von neuer Erfahrung. Wir alle bekommen täglich neue Angebote, um zu lernen, zu trainieren und zu wachsen. In jeder Lebenssituation gibt es immer wieder etwas, was wir nicht wissen oder nicht können. Vielleicht ist es uns bewusst oder auch nicht.

So gesehen ist jeder irgendwie und irgendwann einmal inkompetent und steht vor einem Wissen, das andere haben und man selbst noch nicht. Das haben wir alle schon einmal erlebt und es ist völlig o. k. so. Das eröffnet Dir den Weg zum Lernen. Du kannst Dich entspannt auf den Weg begeben, um Dir Neues und Weiteres anzueignen.

Das Modell der Kompetenzstufenentwicklung zeigt Dir, wie der menschliche Lernprozess in vier Stufen unterteilbar ist. Das bedeutet, das alle Menschen, wenn sie etwas lernen, die folgenden vier Stufen durchschreiten:

1. Unbewusste Inkompetenz

Auf dieser Stufe des Lernens wissen wir nicht, was zu tun ist oder wie etwas zu tun ist oder noch nicht einmal, dass etwas zu tun wäre. Wir haben ein Defizit, wissen dies aber nicht. Wir ahnen noch nicht einmal, wie umfangreich die Lerninhalte sein können und was beispielsweise ein spannender Lernschritt sein könnte.

Beispiel: Gehen wir diesen Prozess doch mal mit dem Beispiel des Autofahrens durch. Ein kleines Kind realisiert noch nicht, dass es kein Auto fahren kann.

2. Bewusste Inkompetenz

Es kann der Punkt kommen, an dem wir dann realisierten, dass andere etwas können, was man selbst nicht kann. Damit können wir es zwar immer noch nicht, wir wissen aber schon mal, was möglich sein könnte. Wir erkennen, dass es dazu Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse braucht, die wir noch nicht haben. Wir können auch beurteilen, dass es Konzentration und Anstrengung braucht, eigene Lösungen für den Kompetenzaufbau zu finden.

Beispiel: Wenn das Kind älter wird, sieht es immer häufiger, wie Eltern und andere Auto fahren, und es wird ihm irgendwann bewusst, dass es nicht Auto fahren kann.

3. Bewusste Kompetenz

Alle Menschen können bewusst an ihrem Verhalten und ihrer Einstellung etwas verändern. Sie erfahren und reflektieren, dass es mit Mühen und Anstrengung verbunden ist, neues Verhalten, neue Handlungsweisen oder neue und erweiterte Denkweisen zu erlernen. Mit hoher Konzentration werden die neuen Dinge mit eigenen Lösungsansätzen erprobt und Zusammenhänge können immer schneller erfasst werden.

Beispiel: So auch beim Autofahren. Wer erwachsen genug ist und den Führerschein erwerben darf, übt und trainiert das Autofahren und lernt immer besser, mit dem Fahrzeug und den Verkehrsgegebenheiten umzugehen.

4. Unbewusste Kompetenz

In dieser Stufe ist das ehemals Neue erfasst, alle Handgriffe, das notwendige Wissen und die zielgerichteten Vorgehensweisen sind in Fleisch und Blut übergegangen. So ist das neu Gelernte internalisiert und die Menschen wenden ihr Wissen routiniert und ohne ein Nachdenken, wie das nun am besten funktionieren soll, an. Die einzelnen Aspekte haben sich zu Mustern und Gewohnheiten entwickelt.

Beispiel: Wenn die erwachsenen und geübten Fahrzeugfahrer dann in ihr Auto steigen, müssen sie nicht mehr darüber nachdenken, wie man Auto fährt. Sie tun es, ohne darüber nachzudenken. Es ist eine Kompetenz, die für sie automatisch abrufbar ist.

Dein eigener Umgang mit dem Lernen

Die Übergänge der vier Kompetenzstufen sind möglicherweise anspruchsvoll und können bisweilen sogar als unangenehm und schmerzhaft empfunden werden. Es lässt sich immer wieder beobachten, dass Menschen ärgerlich über sich selbst werden, wenn sie aus der Stufe der «unbewussten Inkompetenz» in die «bewusste Inkompetenz» gelangen. Oder auch, dass sie den Übergang von «bewusster Inkompetenz» zur «bewussten Kompetenz» als sehr mühsam empfinden.

Vielleicht weckt die Erfahrung des Nichtkönnens aber bei Dir eher Neugierde und Freude am bewussten Lernen. Möglicherweise entsteht in Dir dann eine «bewusste Kompetenz», die am Beginn noch etwas holprig wirkt. Oft ist dabei das Erreichen der nächsten Kompetenzstufe nur mit einem längeren Trainieren und dem wiederholten Zurückfallen ins «Nicht-Können» erreichbar. Das Neue ist zu Beginn noch fehleranfällig.

Wenn Dir auffällt, dass Du in Deine altvertrauten Muster zurückgefallen bist, darf Dich das bestärken, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Durch wiederholendes Trainieren des neu Erlernten verinnerlichst Du Deine Kompetenzen. Sie werden Dir so selbstverständlich, dass sie automatisiert ablaufen und Du selbst unter Stress diese Kompetenzen ohne nachzudenken anwenden kannst. Dann hast Du das Stadium der unbewussten Kompetenz erreicht.

Wie Du das Modell für Dich nutzen kannst

Die Theorie der vier Kompetenzstufen basiert auf den ersten Veröffentlichungen aus dem Jahr 1969 von Martin M. Broadwell. In den späten 1970er Jahren entwickelte Noel Burch von Gordon Training International die Theorie weiter unter dem Namen «Die vier Phasen zum Erlernen neuer Fähigkeiten».

Das Modell hilft Dir, Dich als erwachsene Person als Lernende und Lernender zu begreifen und Deinen Kompetenzerwerb bewusst zu steuern. Und gerade das ist in unserer Zeit und unserer veränderten Lebens- und Arbeitswelt unabdingbar. Du kannst immer wieder neue Fähigkeiten aufbauen und perfektionieren. Du kannst dieses Modell als ein mächtiges Werkzeug für Deine berufliche Zukunft einsetzen.

Das Modell der vier Stadien des Erlernens von Fertigkeiten macht auch deutlich, dass wir einen grossen Teil unbewusst aus unserer unbewussten Kompetenz heraus erledigen. Wir haben unser Tun und unsere Denk- und Handlungsweisen so stark verinnerlicht. Das ist per se nicht schlecht und wir wollen und können das auch nicht ändern.

Für die Stellensuche und den Wechsel in eine neue Position im beruflichen Umfeld möchten wir hier drei Aspekte aus dem Modell herausheben, die Dir wichtige Hinweise geben können:

1. Formuliere, was Du besonders gut kannst und wie sich diese Kompetenzen zeigen

Es ist Deine Aufgabe, Deine unbewussten Kompetenzen zu identifizieren und so zu beschreiben, dass andere erkennen, wie das für sie von Nutzen sein kann. Du solltest sehr gut vorbereitet sein, um Deine Kompetenzen wirklich gut zu beschreiben.

Hier für Dich ein paar hilfreiche Fragen dazu:

  • Was hat Dir Deine bisherigen Erfolge ermöglicht?
  • Wie beschreibst Du Deine persönlichen Stärken?
  • Mit welchen Strategien warst Du bisher privat und beruflich erfolgreich?
  • Welche Kompetenzen und Potenziale sehen andere Menschen in Dir?
  • Welche Erfahrungen kannst Du aus Deinen erzielten Erfolgen ziehen, um zukünftige Herausforderungen zu meistern und Deine Ziele zu erreichen?

Wenn Du so eine Bewusstheit über Deine Kompetenzen gewinnst, steigerst Du Dein Selbst-Bewusstsein und zeichnest ein wertschätzendes, realistisches Bild von Dir und Deiner Leistungsfähigkeit. Du kannst mit dem Wissen um Dein Wissen Deine Fähigkeiten weiter ausbauen, vertiefen und gezielt einsetzen. Das ist der Weg in die Stärkung der Stärken.

2. Erkenne, wie Du persönlich am besten lernst und Dir Wissen aneignest

Bereite Dich darauf vor, dass man von Dir beim Stellenwechsel wissen will, wie Du Dich gegenüber Neuem verhältst und wie Du Neues lernst und Deine Kompetenzen immer wieder erweiterst.

Dafür hier einige hilfreiche Fragen zur Vorbereitung Deines persönlichen Storytellings:

  • Wie lernst Du, auch wenn der Leistungsdruck hoch ist und Stress oder die beruflichen Herausforderungen steigen?
  • Wie bist Du aufgestellt im agilen Umgang mit einer gesunden Work-Life-Balance?
  • Wie erfährst Du Dich im spontanen Lernen am Arbeitsplatz?
  • Kannst Du Dich darauf verlassen, auch von und mit anderen am «guten Beispiel» zu lernen, und hast Du dafür Beispiele?
  • Woran erkennst Du, dass Du Dich immer wieder gerne dem neuen Lernen widmest?

3. Bewusstheit beibehalten, dass Lernen immer wieder notwendig und unverzichtbar ist

Das Wissen aus der Erstausbildung veraltet immer schneller. Wir alle müssen ständig neu lernen, uns weiterbilden und dazu die richtigen Akzente setzen. Dabei ist es auch wichtig, sich für eventuelle künftige Aufgaben zu qualifizieren oder sich mit dem Wissen anderer zu verbinden.

Vielmals fangen wir eine Aufgabe an und sind teilweise in den Lösungsversuchen «unbewusst inkompetent». Wir glauben zu wissen, wie etwas am besten gelöst werden kann, wissen es aber nicht. Das nötige Wissen eignen wir uns mit Lernen, gezielten Fragen und Feedback von anderen an. Wer mit dieser Haltung an die Erledigung der Aufgaben geht, wird schneller neue Kompetenzen aufbauen.

Vorsicht vor dem Dunning-Kruger-Effekt!

Das kontraproduktive Halbwissen, das mit dem sogenannten Dunning-Kruger-Effekt beschrieben wird, sagt aus, dass inkompetente Menschen ihre eigene Inkompetenz nicht erkennen können und somit auch die Kompetenz anderer nicht sehen und würdigen können. Sie überschätzen dauernd die eigenen Kompetenzen, besitzen oft ein übersteigertes Selbstvertrauen und wollen dennoch ihre eigenen Kompetenzen nicht erweitern.

Lebenslanges Lernen

Dem gegenüber steht das Konzept des lebenslangen Lernens. Ganz gleich, ob Du damit Deine eigenen Interessen und Leidenschaften oder Deine beruflichen Ambitionen verfolgst, es kann Dir persönliche Erfüllung und Zufriedenheit bringen.

Es ist der natürliche Antrieb des Menschen, zu erforschen, zu lernen und zu wachsen. Suche das, was Dich inspiriert, was hilft, Deine eigenen Ideen und Ziele zu verwirklichen. Das verbessert Deine Lebensqualität, Deinen Selbstwert und das Wissen um Deine Selbstwirksamkeit.

Dank der vielen neuen technischen Möglichkeiten werden immer mehr innovative Lern- und Lehrmethoden geschaffen, die das selbstbestimmte, lebenslange und selbstgesteuerte Lernen ermöglichen.

Aktuelle Arbeitsmarktstudie 2021 Schweiz von JobCloud

Aktuelle Arbeitsmarktstudie 2021 Schweiz von JobCloud

Was sind die wichtigsten Gründe, um einen neuen Job zu suchen? Wo suchen die meisten Wechselwilligen nach einem neuen Job? Worauf achten die Menschen bei den Stelleninseraten am meisten?

Diese und mehr Fragen werden in der aktuellen Arbeitsmarkt-Studie von JobCloud AG in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Link beantwortet.

Im April 2021 wurden insgesamt 1’300 aktiv und passiv Jobsuchende in der Schweiz befragt. Die ausgewerteten Erkenntnisse zu den verschiedenen Themen rund um Jobsuche und Arbeitswelt sind spannende Insights für alle, die jetzt auf Stellensuche sind.

Schon die Kurzzusammenfassung gibt interessante Hinweise:

  1. KMU sind in der Schweiz die attraktivsten Arbeitgeber
  2. Weniger Personen sind zurzeit aktiv oder passiv auf Stellensuche
  3. Die meisten sind bereit zu pendeln, je jünger umso eher
  4. Im Durchschnitt setzen Suchende eine Stunde für eine Bewerbung ein
  5. Ein gutes Netzwerk ist weiterhin ein Garant für das Finden der Stelle
  6. Jüngere schätzen die Wichtigkeit von Arbeitgeberbeurteilung höher ein
  7. Es dauert heute länger, bis auf eine Bewerbung geantwortet wird

Die Studie ist sehr übersichtlich aufgebaut und die vertieften Informationen geben einen repräsentativen Überblick über die Bewerbungssituation in der Schweiz.

Hier mehr zur Studie im kostenlosen Booklet von JobCloud.

Der Arbeitsmarktbarometer zeigt nach oben

Der Arbeitsmarktbarometer zeigt nach oben

In der Schweiz zeigen sich die Arbeitgeber optimistisch in Bezug auf die Erholung des Arbeitsmarktes, sowie in allen sieben Regionen und Branchen zuversichtlich im Hinblick auf die Einstellungsabsichten für das letzte Quartal 2021.

Dem gegenüber steht das Ergebnis, dass 57% der Befragten einen Talentmangel in der Schweiz befürchten.

Angesichts dieses Talentmangels, der nach wie vor der schlimmste seit 15 Jahren ist, investieren, laut den Angaben in der Befragung, 41% der Unternehmen in Ausbildung, Kompetenzentwicklung und Mentoring, während 67% mehr Flexibilität anbieten, sowohl bei den Arbeitszeiten als auch beim Arbeitsort. Schweizer Arbeitgeber konzentrieren sich auf die Anreize Ausbildung, Kompetenzentwicklung und Mentoring (54%).

Abgesehen von den Anreizen, stehen zudem Weiterbildungsmassnahmen für die Belegschaft ganz oben auf der Agenda von Unternehmen. Aber es gibt auch Hindernisse: Auf globaler Ebene werden als grösste Hürden Geld (22%), Zeit (19%) und der Zugang zu den richtigen Schulungspartnern (13%) genannt.

In der Schweiz präsentiert sich bei den Arbeitgebenden ein ähnliches Bild, obwohl das Hindernis Zeit (34%)
einen viel höheren Prozentsatz erreicht als der globale Wert.

Hier gibt es die Zusammenfassung der Zahlen aus der Schweiz.

Der ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer wird vierteljährlich durchgeführt und misst die Erwartungshaltung von Arbeitgebern zur Beschäftigungslage für das jeweils folgende Quartal. In der Schweiz wird die Befragung bei mehr als 750 Arbeitgebern im Rahmen der Studie durchgeführt.

Karriereplanung hilft auch Dir – egal wie lange Du schon im Berufsleben stehst.

Karriereplanung hilft auch Dir – egal wie lange Du schon im Berufsleben stehst.

Viele Menschen sind in ihrem Berufsumfeld fachlich exzellent qualifiziert, bremsen sich aber selbst aus, weil sie ihre Karriereplanung nicht ernst genug nehmen.

Heute verlaufen Berufsbiografien oft mit Abzweigungen und auf Umwegen. Der lineare Karriereweg ist selten geworden. Das ist aber auch gut so, denn es bringt mehr Individualität in die Arbeitswelt.

Eine Karriere wird eben nicht am Reissbrett konstruiert. Die Planung läuft parallel zum Berufsweg und der Realisierung der einzelnen Stationen. Wichtig ist dabei, dass Du kontinuierlich Deine Kompetenzen, Potenziale, Wünsche und Bedürfnisse prüfst und immer wieder abgleichst. So kannst Du selbst Geschwindigkeit und Richtung in Deinem Karriereplan korrigieren.

Dein Karriereplan darf sich modular aufbauen und Gehaltsvorstellungen, die angestrebte Positionen, Dein individuelles Lebensmodell und Dein ganz persönliches Empfinden von Sinnhaftigkeit beinhalten. Alles Fragen, die sich ganz auf Deine eigenen Vorstellungen, Talente, Werte und Bedürfnisse beziehen. Einen Karriereplan zu machen, heisst eben nicht, die Antwort zu suchen auf die Frage «Wie komme ich am schnellsten zu Firma XY und dort geradewegs in die Führungsetage?».

Der Begriff Karriere wird vielfältig interpretiert

Jeder versteht etwas anderes unter Karriere und der Begriff Karriere kann auf verschiedenste Art gedeutet werden. Der Wortstamm jedenfalls geht auf das französische «carrière» zurück und bedeutet «Rennbahn» oder «Laufbahn». Dabei ist das zentrale Element die Vorwärtsbewegung und nicht unbedingt das Emporsteigen.

Dennoch wird Karriere und Karriere machen oft mit Erfolg und Aufstieg gleichgesetzt. Wenn Du den Begriff neutral für Deinen eigenen Werdegang und Entwicklungsprozess einsetzt, spürst Du weniger Erfolgsdruck und der Raum für die eigene Planungshoheit und Gestaltungskraft wird grösser und klarer.

So muss eine individuelle Karriereplanung auch nicht unbedingt eine komplette Neuorientierung sein. Vielleicht siehst Du es als notwendig und sinnvoll an, weil die berufliche Position, in der Du zurzeit bist, nicht den eigenen Vorstellungen, Wünschen und persönlichen Ressourcen entspricht. Oder Du bist gerade auf Stellensuche, dann solltest Du auf keinen Fall die Karriereplanung vernachlässigen.

Stelle Dir vielmehr die Frage: «Welcher Jobwechsel, welche Zusatzqualifikationen und welche Spezialisierungen verhelfen mir zu der Position, in der das Gleichgewicht zwischen Gehalt, der Zeit, die ich investiere, der verantwortungsvollen Aufgabe und meiner Familien- und Freizeitplanung für mich stimmt?»

Erfolg und Karriere werden oft synonym genannt und beides hängt auch wirklich miteinander zusammen. Beiden Begriffen ist gemeinsam, dass sie ein Ziel brauchen, auf das sie sich hin entwickeln. Ohne Ziel und Zielbestimmung gibt es keinen Erfolg. Wie willst Du das denn sonst messen? Du kannst nur feststellen, dass Du etwas erreicht hast, wenn Du vorher festgelegt hast, was es sein soll.

Genauso ist es in Deiner Karriere. Du bestimmst sie mit Deinen eigenen Werten und Deinen eigenen Zielen.

Der beste Zeitpunkt für den Start Deiner Karriereplanung

Du hast mit Deiner «Karriereplanung» vielleicht schon sehr früh begonnen. Manche Berufsziele sind schon für Fünfjährige recht konkret. Diese Wünsche müssen sich dann im Erwachsenenalter nicht unbedingt erfüllen. Darin zeigen sich dennoch sehr oft die besonderen Interessen und Begabungen, die es wert sind, gefördert zu werden.

Deine individuellen Interessen haben wahrscheinlich auch Deine schulische Laufbahn beeinflusst. Bei vielen Menschen kristallisiert sich die Orientierung schon früh heraus, etwa durch Lieblingsfächer oder die Studienwahl.

Gut beraten ist, wer sich möglichst früh darüber informiert, wie die eigenen Talente am Arbeitsmarkt gewinnbringend und sinnstiftend eingesetzt werden können und wo dieser Berufsweg im Idealfall hinführen kann.

Wer schon länger im Berufsleben steht und sich dann umorientiert, muss nicht unbedingt etwas verpasst oder die falsche berufliche Entscheidung getroffen haben. Menschen entwickeln sich auf ihrem individuellen Lebensweg kontinuierlich und die Interessengebiete, Rahmenbedingungen, Prioritäten, Wünsche und Ziele ändern sich auch. Deine Karriereplanung aus jungen Jahren kann anschliessend total anders aussehen.

Der wichtigste Tipp: Den Plan regelmässig überprüfen und immer wieder flexibel abwandeln.

Die 4 Phasen der Karriere

Vom alten Begriff der «Karriereleiter» darfst Du Dich verabschieden. Der suggerierte einen kontinuierlichen, progressiven Anstieg von Gehalt, Geltung und Macht. Die wenigsten Berufslaufbahnen verlaufen in dieser angeblichen «Ideallinie».

Es gibt stattdessen in vielen Karrieren und Laufbahnen Zweifel, Brüche und neue Richtungen. So ist es zum Beispiel sinnvoll, die Karriereplanung in den vier Phasen der biografischen Meilensteine zu betrachten.

Diese Karrierephasen sind Lebensphasen und bilden einen Teil unserer Identität. So erweitern sich im Laufe des Lebens der Möglichkeitsraum und die Gestaltungskraft. Der Radius vergrössert sich und der Fokus verlagert sich von der «Sicht auf mich selbst» in die «Sicht auf mich und andere».

Die verschiedenen Karrierephasen sind persönlichkeitsbildend. Wer sich darauf einlässt und reflektiert, entwickelt sich beruflich und persönlich weiter und lernt mehr darüber, wer er/sie ist, was er/sie kann und was er/sie will.

Unser Tipp: Prüfe diese Entwicklung bei Dir selbst und erkenne, in welcher Lebens- und Karrierephase Du Dich befindest. Es macht Freude, zu entdecken, wie diese Zeiten sich bei Dir auch als Entwicklungsphasen im Sinne einer Ich-Entwicklung zeigen oder gezeigt haben.

Der Zeitpunkt, wann die einzelnen Phasen erreicht werden, ist bei allen Menschen unterschiedlich. Während die eine Person im Alter von 25 noch in der ersten Phase steckt, kann eine andere schon längst in der dritten Phase angekommen sein.

1. Einstiegsphase ca. bis Mitte 20

In der ersten Phase geht es um das Ankommen im beruflichen Leben. Die Phase ist oft noch von Unsicherheit geprägt mit der Suche nach dem eigenen Weg.

Wer mutig ist, startet nicht selten berufliche Experimente, um herauszufinden, was Spass macht und wo die persönlichen Perspektiven und der berufliche Sinn liegen können. Es stellt sich die Frage «Wo gehöre ich hin und wo will ich sein?».

2. Aufbauphase ca. ab Mitte 20

Im Mittelpunkt der Aufbauphase stehen der Ausbau und die Festigung der beruflichen Existenz. Es werden praktische Erfahrungen gesammelt, das Fachwissen vertieft, neue und weitere Kompetenzen angeeignet und zusätzliche Qualifikationen erworben.

Der berufliche Erfolg hat bei den meisten Menschen in dieser Phase eine sehr hohe Priorität und wird mit vollem Einsatz und grosser Leistungsbereitschaft verfolgt. Es geht darum, etwas zu leisten und herauszufinden «Wer bin ich und wie kann ich mich in meinem Lebens- und Arbeitsstil festigen?».

3. Orientierungs- und Integrationsphase ca. ab Mitte 30

Die Orientierungsphase erfordert oft Kompromisse, wenn es gilt, den beruflichen Weg mit ins Privatleben zu integrieren und damit in Balance zu bringen. In Bezug auf die Stellenangebote und einen Stellenwechsel zeigen sich viele Menschen in dieser Phase als anspruchsvoller und kritischer.

Es ist auch die Phase, in der die berufliche Spezialisierung vorangetrieben wird. Es geht um das persönliche Wachstum, die Erweiterung und den Aufbau von integrativen beruflichen Beziehungen und genau um die Frage «Wie will ich leben und arbeiten?».

4. Identitäts- und Sinnphase ca. ab Mitte 40

In dieser Karrierephase steht die Sinnfrage im Mittelpunkt. Vielleicht sind auch die früheren Karriereziele überholt und es wird der Wunsch, etwas zu bewegen und hinterlassen zu wollen, immer wichtiger. Möglicherweise steht auch nochmals eine Neuorientierung an.

Folgende Fragen rücken in den Vordergrund «Bin ich gefestigt und möchte, dass alles so bleibt? Waren meine bisherigen Entscheidungen richtig und bin ich jetzt dort, wo ich hinwollte? Oder bin ich nicht zufrieden und möchte neu abbiegen?»

Es werden dann neue Bezugspunkte gesucht und gefunden, das eigene Wertesystem hinterfragt und neu gedeutet. Es gilt herauszufinden: «Was soll bleiben, was muss geändert werden und was will ich weitergeben?»

Das Paradox der Karriere-Planung ohne Plan

Wer keinen Plan hat, kann die Chancen nicht erkennen. Wer einen Plan hat und sich strikt daran hält, der läuft auch Gefahr, die schnell wandelnden Möglichkeiten zu verpassen. Gehe Schritt für Schritt vor, damit Korrekturen möglich werden und Du aufmerksam bleibst, was um Dich herum geschieht.

Eine Laufbahn entsteht im Laufen. Du kannst nicht alles planen, steuern und kontrollieren. Heute sind viele Berufsbilder gar nicht mehr eindeutig beschreibbar. Vieles ändert sich innerhalb kürzester Zeit. Du kannst in Deiner Laufbahn nicht alles von Anfang an planen, steuern und kontrollieren. Es gibt immer wieder neue Möglichkeiten, Zufälle und gute Gelegenheiten.

An allen Kreuzungspunkten stelle Dir immer wieder die gleichen Fragen: «Was kann ich? Wen kenne ich? Und was kann ich damit tun?» So kann «Deine Planung ohne Plan» beginnen.

So steigst Du in den kontinuierlichen Prozess ein und verschaffst Dir einen Überblick über Deine aktuellen Fähigkeiten und Erfahrungen, beruflichen Ziele, Deine Interessen und Prioritäten. Daraus entwickeln sich die Aktionen, die Du beabsichtigst.

  1. Liste Deine aktuellen Fähigkeiten auf und beschreibe das Potenzial.
  2. Prüfe, was Du noch dazulernen möchtest und ob das für die Arbeitswelt von morgen ausreichend sein wird.
  3. Sammle Jobs, Funktionen und Arbeitgeber, die Dir gefallen und Eindruck machen.
  4. Erstelle die Beschreibung Deines idealen Jobs – was entspricht Dir am meisten?
  5. Formuliere die gewünschten Aufgaben, das Arbeitsumfeld, den Output, den Du anstrebst.
  6. Setze Dir Ziele und Fristen, die Dich motivieren und bei der Entscheidung helfen, welche Massnahmen Du ergreifen willst, ohne Dich anzutreiben oder zu blockieren.
  7. Prüfe immer wieder den Fortschritt und ob die Planung so noch für Dich richtig ist oder ob Du Änderungen vornehmen willst, weil sich die Umstände geändert haben.
  8. Werde aktiv und bleibe neugierig, um weiter zu lernen und Dich in Deiner Professionalität besser kennen zu lernen.
  9. Vernetze Dich und setze für Dich klug Storytelling ein. Erzähle die «Geschichte» Deines beruflichen Weges und berichte von der Richtung, die Du weiter einschlagen willst. Führe Gespräche und achte auf die Antworten. Bringe so Deine Leidenschaft und Dein Expertentum ein und zeige Dich in der breiten Palette Deiner Fähigkeiten.

Bleibe in der «Wachstumshaltung» und gehe in kleinen Schritten vor. So wird sich im Laufe der Zeit Dein Selbstvertrauen stärken und das Wissen um die vielen verschiedenen Berufs- und Karrieremöglichkeiten erweitern, ganz gleich, in welcher Karrierephase Du gerade stehst.

Bewerbungskompetenz - das musst Du wissen, über E-Recruiting, CV-Parsing, Bewerbermanagementsysteme, ATS usw.

Bewerbungskompetenz – das musst Du wissen, über E-Recruiting, CV-Parsing, Bewerbermanagementsysteme, ATS usw.

Stellst Du Dir auch die Frage, ob Algorithmen darüber entscheiden, wer eine Stelle bekommt?

Tatsächlich mussten sich die Personalabteilungen vor Jahren noch durch riesige Papierberge kämpfen. Auch heute treffen in vielen Firmen weiterhin eine grosse Anzahl von Bewerbungen ein, doch meistens auf digitalem Wege und werden automatisch von einer Software bearbeitet.

Diese Software scannt jede Bewerbung auf definierte Schlüsselbegriffe, Stellenprofile oder vorher im Unternehmen festgelegte Beurteilungskriterien. Das können bestimmte Hochschulen, Ausbildungen oder Studienfächer sein, aber auch Sprachkenntnisse oder Weiterbildungen und Erfahrungen mit bestimmter Technik.

Daraus ergibt sich dann ein Kandidatenranking und diejenigen, die nicht in Frage kommen, erhalten eine automatische Absage oder werden in einen Talentpool verschoben.

In letzter Zeit führen immer mehr Firmen solche Talentpools. Das Rekrutieren von qualifizierten Fach- und Führungskräften ist schwieriger geworden und man möchte mit den valablen Kandidatinnen und Kandidaten in Kontakt bleiben. Meist werden die Kandidaten gefragt, ob es für sie in Ordnung ist, dass ihre Unterlagen weiter im Unternehmen bleiben.

Es gibt nicht nur das eine System

Die Software, die den sogenannten Applicant-Tracking-Systemen (ATS), zu Deutsch Bewerbermanagementsystemen, zugrunde liegt, wird von verschiedenen Anbietern entwickelt und vertrieben. Der Markt wird immer grösser und mittlerweile spricht man davon, dass allein in Deutschland in mehr als 70% der Firmen ein mehr oder weniger gut ausgebautes ATS eingesetzt wird.

Damit wird diese Technik zum elementaren Bestandteil der Personalsuche, auch in immer mehr Organisationen in der Schweiz.

Für die Unternehmen ist der Entscheid klar: Sie wollen mit der Automatisierung ihre Rekrutierungsprozesse signifikant schneller, zielgerichteter und erfolgreicher machen. Sie wollen sich durch die Automatisierung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz entlasten.

Mit einer solchen Software-Anwendung können die Firmen unter anderem die Personalbeschaffung und das Bewerbermanagement auf einer einzigen Plattform abbilden. Das hat für die Unternehmen echte Vorteile.

Aber wo liegen die Vorteile für die Bewerbenden?

Auf jeden Fall wird das Wissen darüber, wie die diese Applicant Tracking Systeme (ATS) funktionieren, immer wichtiger für alle Bewerbenden. Die Systeme entscheiden nicht darüber, wer die Stelle bekommt, aber wohl schon, wer in die Vorauswahl kommt.

CV-Parsing

Eine wichtige Funktion der meisten ATS ist das CV-Parsing, die Lebenslauf-Analyse. Das Parsen (Auslesen) von Lebensläufen ermöglicht die automatische Extraktion, Speicherung und Analyse der Daten aus dem Lebenslauf.

Diese Informationen werden dann kategorisiert, gefiltert und sortiert. So können die Daten anschliessend durchsucht werden.

Diese Möglichkeit wird von den Unternehmen auf verschiedene Arten genutzt, um mit den Bewerbenden in Kontakt zu kommen:

  1. Du gibst Deine Daten in eine dafür vorgesehene Maske ein und prüfst bei der Anwendung auch sorgfältig, ob Du die Daten in die richtigen Felder eingefügt hast.
  2. Du wirst gebeten, Deinen Lebenslauf hochzuladen. Das CV-Parsing liest die Daten aus und gleicht sie anschliessend automatisch mit allen verfügbaren freien Stellen ab. Gibt es Übereinstimmungen, zeigt Dir das System die passenden freien Stellen an und Du kannst Dich im nächsten Schritt direkt darauf bewerben.
  3. Du hast Dich bereits mit dem Hochladen Deines Lebenslaufes direkt auf eine ausgeschriebene Stelle beworben, dann geht der Auswahlprozess gleich weiter.

Künstliche Intelligenz (KI)

Das CV-Parsing-Tool kann in der Regel alle üblichen Datei-Formate auswerten: PDF-Dateien, klassische Word-Dokumente wie Doc und Docx, TXT-Dateien sowie Bilder im Format JPG oder PNG.

Damit arbeiten die CV-Parser mit Künstlicher Intelligenz (KI). Sie können Inhalte und Strukturen in den Texten erkennen und diese Daten aus den Dokumenten extrahieren und in eine Datenbank übertragen.

Damit ist der Lebenslauf nicht mehr im individuellen Design und die Daten sind in der Computermaske vergleichbar und können bewertet werden. Das kann dann so aussehen, dass gefiltert wird nach bestimmten Kriterien, wie zum Beispiel:

  • Zeige mir alle Bewerbenden aus dem Kanton Zürich
  • Finde alle Bewerbenden mit Spanischkenntnissen
  • Zeige nur Bewerbende, die Informatik studiert haben

Die Algorithmen basieren auf semantischer künstlicher Intelligenz – das heisst, sie ist noch lange nicht so intelligent wie Menschen. Diese KI kann nur nach den vorher festgelegten Schlüsselbegriffen suchen oder diese in eine Bewertungs-Skala setzen.

Sie kann die Informationen nicht interpretieren, schlussfolgern oder abstrakt denken. Achtung also bei Bewerbungen, die Du möglicherweise besonders originell und erfrischend anders gestalten möchtest. Die könnten eventuell durchs digitale Raster fallen, wenn die KI das nicht «richtig» lesen kann.

Wenn Du mehr über den Stand der KI wissen willst und die Unterscheidung von schwacher und starker KI Dich interessiert, bekommst Du hier knapp 5 Minuten spannende Einblicke und eine gute Wissensbasis.

Vorteile des E-Recruitings für Bewerbende

Die CV-Parser, die keine Bewerbungsformulare vorgeschaltet haben, sind weniger aufwändig, weniger kompliziert und auch nicht so fehleranfällig. Die Hürde der Anmeldung in Online-Formularen fällt weg und mit dem CV-Parsing können sogar weitere eingescannte Dokumente wie Arbeitszeugnisse ausgelesen und analysiert werden. Damit geht auch für die Bewerbenden alles schneller.

Einen weiteren Vorteil stellen die sogenannten One-Click-Bewerbungen dar. Manche Unternehmen erlauben und wünschen sogar, die Bewerbung direkt aus dem Xing- oder Linkedin-Profil heraus zu bekommen. Dann wird mit einem Klick mittels CV-Parser daraus ein verwertbarer Lebenslauf. Aber nur, wenn das Online-Profil gut gepflegt ist und darin alle relevanten Angaben zu finden sind. Wenn das dann der Fall ist, wird hier der Bewerbungsprozess einfacher und schneller.

Aus Deinem Lebenslauf kann nur das ausgelesen werden, was vorhanden ist. Um tatsächlich alle Vorteile zu nutzen, empfehlen wir Dir, folgendes zu beachten:

1. Schlüsselwörter nutzen und strategisch klug einsetzen

Passe Deinen Lebenslauf auf die Stellenausschreibung an und achte darauf, dass immer ein Bezug zum Unternehmen und zur Stellenanzeige besteht. Die Software sucht im CV-Parsing nach den Schlüsselwörtern, die in der Stellenausschreibung verwandt werden. Wiederhole sie am besten wortwörtlich.

Wenn EDV-Kenntnisse im Stelleninserat verlangt sind, dann bezeichne das auch so, auch wenn Du eher IT-Kenntnisse schreiben würdest. Es lohnt sich alle Deine Bezeichnungen zu prüfen und auf die Begriffe, die das Unternehmen verwendet, anzupassen.

Lass nach Möglichkeit keine der Muss-Kriterien aus dem Inserat aus.

Achte darauf, dass Du die Schlüsselwörter in einen Kontext setzt. Die Bewerbungsmanagementsysteme erkennen nur, dass eine Schlüsselkompetenz oder -erfahrung vorhanden ist und setzen das auf ihre Listen. Die Qualität und der Wert dieser Erfahrungen wird aber sicher weiterhin durch Menschen interpretiert und die sollen sehen, wo und wie Du Deine Fähigkeiten eingesetzt hast.

2. Keine Lücken im zeitlichen Ablauf entstehen lassen

Ungenaue oder gar lückenhafte Zeitangaben werden von der Software mit hoher Wahrscheinlichkeit erkannt. Mache Deine Zeitangaben so stringent und genau wie möglich. Als geeignetes Format haben sich die Angaben von Monat und Jahr durchgesetzt.

Ob Du nun chronologisch oder umgekehrt chronologisch die Zeitangaben in Deinem CV machst, spielt keine Rolle. Es wird allerdings die umgekehrt chronologische Reihenfolge bevorzugt, da erscheint das Wichtigste zuerst.

3. Wähle ein einfaches Design

Eigentlich gestaltest Du Deinen Lebenslauf gut lesbar für Menschen, die das bearbeiten. Denke aber auch an daran die Maschinenlesbarkeit zu gewährleisten.

Halte deine Bewerbung also möglichst einfach und erstelle sie in einem Textverarbeitungsprogramm und keinesfalls mit einer Grafiksoftware.

Nutze als Strukturelement hauptsächlich Bezeichnung und Reihenfolge der einzelnen Rubriken. Nutze dabei eindeutige Rubriküberschriften, wie „Persönliche Daten“, „Ausbildung“, „Berufliche Erfahrungen“ und „Kenntnisse und Fähigkeiten“.

Verzichte auf grafische Elemente, das macht es der Künstlichen Intelligenz unnötig schwer, alle notwendigen Daten zu erfassen. Also keine horizontalen oder vertikalen Linien, Icons, Grafiken, Farben oder komplexe Tabellendesigns.

4. Rechtschreibfehler rächen sich

Kleine Vertipper oder Buchstabendreher könnten von Menschen einfach mal übersehen werden. Doch eine Software kann ein falsch geschriebenes Wort nicht zuordnen und lässt möglicherweise die relevanten Felder leer.

Achtung auch bei Abkürzungen, die kann die Maschine nicht lesen oder es besteht die Gefahr, dass es falsch zugeordnet wird.

Bilder verwirren die KI ebenfalls.

5. Inhaltlich klar und treffend beschreiben

Beschreibe Deine Bildungs- und Berufsstationen nicht nur in Zeiträumen, Bezeichnungen und Namen von Arbeitgebern und Institutionen, sondern reichere Deine Lebenslaufstationen mit allen relevanten Informationen an.

Dabei ist es besonders wichtig, wie gut Du Deine Berufserfahrungen beschreibst. Neben Deiner exakten Stellenbezeichnung aus den vorhergehenden Funktionen sind auch Deine hauptsächlichen Aufgaben, Leistungen, Erfolge und Verantwortlichkeiten wichtig zu benennen.

Du kannst ebenso Deine Bildungsangaben ergänzen durch Informationen zu den Schwerpunkten, Leistungskursen und besonderen Studienvorlesungen, eventuell Prüfungsnoten, Titel von Abschlussarbeiten oder Auszeichnungen.

Mache klare sprachliche Einstufungen Deiner unterschiedlichen Kenntnisniveaus, insbesondere bei IT-Kenntnissen, Sprachkenntnissen und speziellen Fachkenntnissen.

Das CV Parsing wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Heute sind die Systeme noch nicht ganz ausgereift. Ausserdem weisst Du nicht immer genau, ob Deine Bewerbung von einem Menschen oder einer Maschine ausgewertet wird.

Hast Du Deinen CV über eine Bewerbungsplattform hochgeladen, so kannst Du aber auf jeden Fall davon ausgehen, dass dann ein CV Parser die Auswertung macht.